Die renommierte Schreinerei Thalmeier in Dorfen ist in der Nacht zum Montag ein Raub der Flammen geworden: Der Sachschaden wird auf über zwei Millionen Euro geschätzt.

"Das war mein Lebenswerk", sagt Thomas Thalmeier. Er steht in einer schwarzen Löschwasser-Pfütze und schaut auf einen riesigen verkohlten Trümmerhaufen. Ein paar nasse Bretter, ein eingestürztes Blechdach, die schwarzen Gerippe der ausgebrannten Fahrzeuge und Maschinen - das ist alles, was die Feuersbrunst von der großen Schreinerei im Dorfener Gewerbegebiet übrig gelassen hat. Aus den nassen Schutthaufen steigt stinkend noch immer Rauch auf.
Die Brandursache ist noch nicht bekannt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Auch die Sachverständigen der Versicherung sind eingetroffen. Wie es jetzt weitergehen soll? "Man weiß nie, ob man nach so einer Katastrophe wieder auf die Beine kommt", sagt Thomas Thalmeier. Dabei musste die Familie schon viele Schicksalsschläge einstecken, Krankheiten und Todesfälle verarbeiten. "Wenn nicht alle Mitarbeiter so gut zusammengehalten hätten, gäbe es uns schon nicht mehr", ist der 61-Jährige überzeugt.
Die 25 Angestellten in der Werkstatt und in dem Möbelhaus in der Dorfener Innenstadt sind wie eine große Familie, die meisten arbeiten seit ihrer Lehre hier. "Wir wollen versuchen unsere Leute zu halten", sagt der 61-Jährige schließlich und strafft die Brust. Genügend Aufträge wären da. Gestern Nachmittag begaben sich die Thalmeiers schon auf die Suche nach fremden, leer stehende Werkstätten, in denen die Produktion weiterlaufen soll.
Während viele Schreiner der Marktmacht von wenigen Möbelgiganten zum Opfer fielen, ging das Konzept der Thalmeiers auf: Qualitätsarbeit und modernes Design, statt modischen Schnickschnacks. "Einen Betrieb wie unseren gibt es nicht einmal mehr in München", ist sich Thalmeier sicher, der die Schreinerei in vierter Generation führte. Ausgerechnet in diesem Jahr feierte der Betrieb 140-jähriges Bestehen. (har)
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