Erding -
Am Sonntag wäre es um ein Haar zur Tragödie gekommen. Eine junge Frau war, wie berichtet, durch das viel zu dünne Eis des Kronthaler Weihers gebrochen, konnte aber von ihrem Freund gerettet werden. Nicht immer gehen solche Unglücke gut aus. Daher frischt die bayerische Wasserwacht alljährlich zu Beginn der Eiszeit das öffentliche Wissen über Unfälle und deren Verhütung auf zugefrorenen Gewässern auf.
Gestern rückten Fotografen und Kamerateams bei der Wasserwacht Erding am Kronthaler Weiher an, und sie kamen zu spektakulären Bildern. Zunächst demonstrierten die Ehrenamtlichen, wie Passanten ein Eisopfer retten können. Dann kam professionelles Rettungsgerät zum Einsatz. Tenor für beide Varianten: Soll ein Passant einen Bruch ins Eis überleben, zählt jede Sekunde.
Selbsthilfe
Laien-Rettung
Wer beobachtet, wie ein Wintersportler einbricht, muss laut Ippisch zunächst einen Notruf absetzen, „damit nach dem Retter auch noch Helfer da sind, die wiederum diesem helfen“. Man sollte schauen, ob in der Nähe eine Leiter ist. Zur Not tue es auch ein stabiler Ast. Laienretter legen sich idealerweise ganz flach aufs Eis und robben zum Opfer. Ragt das Rettungsgerät - etliche wurden an den Weihern aufgestellt - über das Loch, so Ippisch weiter, „hat der Ertrinkende etwas, an das er sich klammern kann“. Im besten Fall ist ein zweiter Helfer am Ufer, der den Erstretter mit einer Leine sichert.
Viel schwieriger wird alles, wenn das Opfer unter der Eisdecke verschwunden ist. Ein Tauchgang Dritter dürfe nur ein paar Sekunden dauern. „Dazu muss man aber körperlich und mental in der Lage sein“, so der Ortsgruppenchef. Gerettete müssen flach gelagert und dürfen möglichst nicht bewegt werden.
Profi-Rettung
Die Wasserretter verfügen über allerhand Ausrüstung, darunter einen Schlitten, der sich übers Eis ziehen lässt. Zudem tragen die Ehrenamtlichen Neoprenanzüge, die lange warmhalten.
Offiziell werden der Kronthaler Weiher und andere öffentliche Gewässer übrigens nie freigegeben. „Es gibt warme Quellen, Eis ist unterschiedlich dick. Es gibt viele Risiken“, so Ippisch. Daher sei keiner bereit, diese Verantwortung zu übernehmen. Allerdings gebe es an Eis-Wochenenden ab 13 Uhr einen Bereitschaftsdienst im Erholungsgebiet Erding-Nord.
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