Oberbierbach - Die Bauern im Erdinger Land nutzen das wirtschaftliche Potenzial ihres Grünlands nicht. Das AELF klärt auf.

Elisabeth Hermannsdorfer „Das Grünland wird im Landkreis stiefmütterlich behandelt.“ foto:nie
Oberbierbach - Die Traummaße sind 70-15-15, zumindest wenn es um das Grünland geht. „70 Prozent hochwertige Gräser, 15 Prozent hochwertiger Klee und 15 Prozent Kräuter sollte eine Wiese zu bieten haben. Damit ist das wirtschaftliche Potenzial in der Bewirtschaftung als Futterwiese optimal genutzt“, erläuterte gestern Georg Brand von der Bayerischen Futtersaatbau im Oberbierbacher Gasthaus Strasser.
13 000 Hektar werden im Landkreis als Grünland genutzt. Die Flächen werden allerdings in den meisten Fällen sehr stiefmütterlich behandelt, sagte Elisabeth Hemannsdorfer, die Pflanzenbauberaterin des Erdinger Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) bei dem vom Amt veranstalteten Grünlandseminar. „Die vielen Möglichkeiten zum Verbessern und Erweitern der Produktion gerade in Milchviehbetrieben sind den Bauern nicht bewusst. Der Zustand des Grünlandes im Landkreis ist erschreckend“, so Hermannsdorfer.
Allerdings lässt sich solch ein Ergebnis nur durch die entsprechende Pflege des Grünlandes erzielen. Und da sieht es schlecht aus. Die richtigen Gräser wie das Deutsche Weidelgras oder Wiesenschwingel, schmackhafter Klee und Kräuter sind notwendig. Die Flächen sollten kaum Lücken aufweisen, und das Gras sollte dicht wachsen, leistungsfähig sein und hohen Futterwert haben.
„Doch 25 Prozent der Flächen sind mit der Gemeinen Rispe, mit Ampfer, Hahnenfuß oder Löwenzahn verunkrautet. Hier muss unbedingt etwas getan werden“, sagte Hermannsdorfer. Ein großes Problem sei die Gemeine Rispe, die nur einen geringen Nährwert habe und von den Kühen nicht gefressen werde. „Sie ist im Gegensatz zur wertvollen Wiesenrispe gelb-grün und riecht moderig-muffig. Auf der Weide rupfen die Kühe die Pflanze raus und lassen sie liegen.“
Da helfe nur eins: die ständige Kontrolle und Pflege der Wiese. „Wenn nur 20 Prozent einer Fläche aus Lücken bestehen, bedeutet das bei einem Hektar 3300 Liter Milch pro Kuh und Jahr weniger. Das kann zwar durch den Einsatz von Kraftfutter ausgeglichen werden, kostet aber deutlich über 400 Euro für eine Tonne Sojaschrot und Weizen“, rechnete Brand vor. „Durch das Sanieren und die Pflege des Grünlandes bleibt dem Bauern eine ganze Menge Geld übrig“, sagte er.
nie
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.
Facebook 'Like Box' wird geladen...





Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.