Lengdorf - Heimische Landwirte wollen nicht in die Abhängigkeit von Konzernen durch genverändertes Saatgut geraten. Vielmehr wollen sie die gentechnikfreie Anbauzone im Landkreis unterstützen.

"Finger weg von genverändertem Saatgut", riet daher der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Johann Schwimmer, am Montagabend im Menzingersaal vor über 300 Berufskollegen. Bei der gemeinsamen Kreisversammlung mit dem Kreis-BDM (Bund Deutscher Milchviehhalter) wurde deutlich, BBV und BDM marschieren in der Sache gemeinsam gegen grüne Gentechnik in Saatgut und Futtermitteln. Der Landkreis sei bis auf kleine staatliche Maisanbauflächen genfrei, sagte Schwimmer. Der BBV-Chef warnte: "Grund und Boden ist unser Werkzeug, damit verdienen wir unser Geld". Das dürfe man nicht gefährden.
Die Konzerne würden jetzt eine schleichende Einführung über die Schiene mit genbelastetem Saatgut und Futtermitteln in der Landwirtschaft versuchen, nachdem sie beim Verbraucher gescheitert seien. Feilmeier, der kein grundsätzlicher Gentechnikgegner ist, sah durchaus sinnvolle Anwendungen der "roten" Gentechnik in der Medizin sowie der "weißen" in der Produktion von Vitaminen und Enzymen.
Mit patentierter Gentechnik werde am Ende aber nur der Profit der Konzerne steigen und die Lizenznehmer, also die Bauern, in die totale Abhängigkeit geführt. Dafür gebe es inzwischen weitweit dramatische Beispiele, betonte Feilmeier. Gentechnisch verändertes Futter führe auch zu vielen Gesundheitsproblemen bei Pflanzen und Tieren, die dann wieder nur mit konzerneigenen Produkten bekämpft werden. Noch gebe es diesen Teufelskreis bei uns nicht.
Kritisch wurden die Kostenunterschiede von genbelastetem und -freiem Soja gesehen. Feilmeier erklärte, genfreier Soja sei bei genauer Betrachtung kaum teurer. Ein Vertreter der Raiffeisenwaren GmbH Erdinger Land sah dies skeptisch. Genfreier Soja sei derzeit deutlich teurer, was Feilmeier bestätigte. Das liege an Lieferproblemen aus Brasilien, die aber bald behoben seien. Brasilien könnte unbelasteten Soja mengenmäßig für ganz Europa liefern. (prä)
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