Dorfen - In Deutschland ist die Grüne Gentechnik so unbeliebt wie in kaum einem anderen Land der Welt. So wundert es auch nicht, dass die Zulassung der Gentech-Kartoffel „Amflora“ der Firma BASF durch die Brüsseler EU-Kommission auf Ablehnung stößt. Auch die Erzeuger- und Verbrauchergenossenschaft Tagwerk e.V. lehnt diese Knolle scharf ab.

Die Tatsache, dass die Amflora für industrielle Anwendungen und als Futtermittel zugelassen wurde, ist für Tagwerk-Geschäftsführer Michael Rittershofer ein „politischer Kniefall vor der BASF“. Die Stärkekartoffel enthalte ein Resistenz-Gen gegen Antibiotika, darunter eines, das zu den wichtigsten Arzneimitteln gegen Tuberkulose gehöre. Die Übertragung dieses Resistenz-Gens auf Bakterien des Magen-Darm-Trakts sei nicht auszuschließen. In der Vergangenheit habe es in Deutschland bereits Vermischungen mit normalen Kartoffeln gegeben. So habe ein die Amflora anbauender Landwirt in Mecklenburg-Vorpommern Aussaatflächen verwechselt. Daraufhin habe die BASF die Knollen vernichten müssen.
Rittershofer: „Die BASF-Kartoffel Amflora ist die erste weltweit zugelassene Gentech-Kartoffel und zum ersten Mal seit zwölf Jahren wird in der EU ein neues Genkonstrukt zum Anbau zugelassen. Schon mit ihrem im Koalitionsvertrag festgehaltenen Bekenntnis zur Amflora hatte sich die schwarz-gelbe Bundesregierung einmal mehr als klientelhörig geoutet. Vor den Risiken schließen sowohl die gentechnikverliebte Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Agrarministerin Ilse Aigner die Augen.“
Trotzdem ist für Rittershofer klar: „Die BASF-Manager haben ein Ziel erreicht. Für sie ist das ein Schritt zur Abschaffung der Gentechnikfreiheit in der Landwirtschaft.“ Gefragt sei jetzt die Vernunft der Stärkeindustrie und der Bauern, „Amflora nicht zu akzeptieren.“ (ar)
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