Dorfen - Wenn so ein kleiner Piepmatz am Boden sitzt und schreit, geht das ans Herz. Tierfreunde neigen schnell dazu, den Jungvogel mitzunehmen und zuhause groß zu ziehen. Doch das ist völlig falsch.

Herzzerreissend hilflos: Trotzdem sollte man Jungvögel nur in Notsituationen anfassen um ihnen zu helfen. Foto: fkn
„Hände weg von Jungvögeln“, heißt die klare Ansage des Tierschutzverein Erding. Denn, so weiß die Vorsitzende Christa Manschek, „in den meisten Fällen sind diese kleinen Vögel nicht von den Eltern verlassen, sondern stehen durch ihre Bettelrufe mit ihnen in Verbindung.“ Diese Bettelrufe hören sich oftmals recht kläglich an, so dass nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene den Fehler begehen, die Jungvögel mitzunehmen um sie zu Hause großzuziehen. Das ist jedoch falsch verstandene Tierliebe. „Damit beginnt für die Jungvögel ein Leidensweg, der durch falsche Fütterung und unsachgemäße Unterbringung zum Tode führt“, so Manschek. Eingreifen sollen Menschen nur, wenn echte Notfälle auftreten, etwa Unwetter, Hochwasser, Baumaßnahmen und Zerstörung der Nistplätze durch Beutegreifer.
Was für Vögel gilt, gilt auch für Junghasen und Rehkitze. Die Tiere werden tagsüber in einem Versteck alleingelassen. Daher kann man in der Regel davon ausgehen, dass die Muttertiere in der Nähe sind. Daher nie vermeintlich verlassene junge Wildtiere berühren. Wenn die Jungen erst einmal „nach Mensch“ riechen, werden sie meist von der Mutter aus Angst vor dem Menschen verlassen. (ar)
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