Erding - Die Sana Kliniken-AG wird den Management-Vertrag mit dem Landkreis nicht verlängern. Zum 30. Juni 2011 beendet sie die Betriebsführung der Krankenhäuser in Erding und Dorfen.
In den vergangenen Monaten hatte es zwischen Management und Ärzten heftig gekracht. Die Differenzen gipfelten in mehreren Kündigungen leitender Mitarbeiter, darunter der des Chefarztes der Chirurgie im Kreiskrankenhaus Erding, Dr. Bernhard Weigel. Auch Vorstandsmitglied Dr. Ingo Hüttner nahm seinen Hut. Es ging um Mobbing und Kompetenzenentzug. Die Vorwürfe gipfelten in Weigels Vermutung, die Sana wolle sich das Krankenhaus komplett unter den Nagel reißen. 1700 Bürger unterschrieben eine Petitionder Rentnerpartei mit dem Ziel, Weigel zu reinstallieren und die Zusammenarbeit mit der Sana zu beenden.
Letzteres wird im Juni 2011 geschehen. Die Diskussion der vergangenen Wochen dokumentiere, dass eine Vertrauensbasis nicht mehr gegeben ist, heißt es in einer gestern veröffentlichten Stellungnahme der Sana. Im Gegensatz zum Feedback aus allen anderen vergleichbaren Konstellationen habe das Unternehmen hier nicht mehr das Gefühl, dass Landkreis, Mitarbeiter und „in erster Linie die Öffentlichkeit“ mit seiner Arbeit zufrieden sind.
Landrat Martin Bayerstorfer erklärte gestern, man müsse eine Neubewertung anstellen, „wie wir die Leitung des Krankenhauses künftig gestalten werden“. Konkretes dazu könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. „Unser Ziel ist aber, weiterhin eine gute stationäre Grundversorgung zu erreichen.“ Der Landkreis werde prüfen, was für die Zukunft sinnvoll sei. Bayerstorfer: „Wir hatten eine gute Zusammenarbeit mit Sana und werden das mit Anstand zuende bringen.“
(ml)
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