Erding - Die Fahrgastinformation in Bussen und Bahnen soll revolutioniert werden. Bis Ende 2010 führt die Bahn ihr Rechnergestütztes Betriebsleitsystem auch im Kreis Erding ein.

Aktuelle Fahrplanänderungen aufs Handy: Peter Heider, Leiter der Region Bayern im DB Stadtverkehr (l.), und Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn in Bayern, wiesen gestern in Erding den Weg in die Zukunft des Nahverkehrs. Foto: ham
Online-Infos in Echtzeit über Abfahrtszeiten, Anschlüsse und Verspätungen sind dann eine Selbstverständlichkeit.
Der Landkreis Erding verfügt über ein dichtes Netz an Buslinien, die mit Regionalzügen und S-Bahn vertaktet sind. Doch dass Masse nicht Klasse sein muss, weiß jeder Fahrgast, der schon einmal auf seinen Bus warten musste, ohne zu wissen, wann es endlich weitergeht und ob Anschlüsse erreicht werden. Nicht minder groß ist der Ärger, wenn ein Bus sein Ziel wegen einer Streckensperrung nicht erreicht beziehungsweise Haltestellen nicht angefahren werden können.
Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Bahn in Bayern, sagte: „Unser Ziel ist, die Qualität unseres Angebots laufend zu erhöhen.“ Hinter dem RBL stehe das größte Telematik-Projekt Deutschlands. Bahn und Freistaat investierten dafür rund 27 Millionen Euro.
Peter Heider, Leiter Region Bayern der DB Stadtverkehr, stellte die Verbesserung für die Fahrgäste vor. So könnten mit einem internetfähigen Handy Barcodes abgelesen werden, die an jeder Haltestelle an den Fahrplänen angebracht sind. „Der Kunde erfährt, wann der nächste Bus kommt – Verzögerungen oder Routenänderungen inbegriffen.“ So werde auch die Schnittstelle zwischen Bus und Bahn optimiert. Der Kunde wird umgehend informiert, ob er ein anderes Verkehrsmittel noch erreicht oder wann die nächste Verbindung besteht“, so Heider.
Die Funkverbindung erlaube zudem den ständigen Austausch zwischen Fahrer, Disponent und Zentrale. „Damit können wir auf Unvorhersehbares wie Sperrungen, Routenänderungen und Verkehrsprobleme reagieren“, stellte Heider vor.
Nicht zuletzt ermögliche das RBL einen flexiblen Busverkehr. Heider schweben vor allem bedarfsorientierte Verbindungen wie die im Erdinger Land bereits gut etablierten Anruflinientaxis vor.
Der Testbetrieb hat in diesem Jahr begonnen. Bis Ende 2010 sollen alle 3300 ÖPNV-Busse in Bayern mit dem System ausgestattet sein.
(Hans Moritz)
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