Erding - Nach jahrelangem Hin und Her kann die Planung für den Ausbau der Bahnstrecke München – Mühldorf – Freilassing bis zur bayerisch-österreichischen Grenze endlich anlaufen.

Freie Fahrt für ein Projekt, über das lange nur geredet wurde: Der Bahnausbau nach Südostbayern ist einen Schritt weiter. Foto: dpa
Karin Roth, SPD-Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, teilt mit, dass sowohl die Europäische Kommission als auch die Deutsche Bahn AG ihre Anteile an den Planungskosten beschlossen hätten.
Roths Worten zufolge beteiligt sich Brüssel mit bis zu acht Millionen Euro aus den Mitteln für die Transeuropäischen Netze (TEN) an der Projektierung. Den Rest bringt die Bahn mit der Planungskostenpauschale auf, die sie vom Bund erhält.
Die Botschaft aus Berlin vernahmen vor allem die Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer (SPD) und Max Lehmer (CSU) mit offenen Ohren. Beide setzen sich seit Jahren für Fortschritte beim Bahnausbau ein, an dem bekanntlich auch der Erdinger S-Bahn-Ringschluss und die Walpertskirchener Spange als Regional- und später Fernbahnanbindung hängen.
Schurer sagte auf Nachfrage unserer Zeitung, er breche jetzt nicht in Jubel aus, „aber es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“. Vor allem die Bahn hätte schon viel früher in die Gänge kommen müssen. „Was jetzt beschlossen wurde, ist längst überfällig.“ Schurer sieht in der Entscheidung auch ein wichtiges Signal für die Walpertskirchener Spange. „Ich nehme den Freisstaat, vor allem aber FDP-Wirtschaftsminister Martin Zeil in die Pflicht, hierfür noch in diesem Herbst die Streckenvarianten auf den Tisch zu legen.“ Auch die bessere Anbindung des Münchner Flughafens sei viel zu lange verzögert worden. „Das war in den vergangenen Jahren der reinste Verschiebebahnhof“, so der SPD-Bundespolitiker.
Auch Lehmer zeigte sich erleichtert. „Nach jahrelanger Diskussion geht es jetzt endlich weiter.“ Von der Bahn habe er die Zusage, dass ihre Architekten sofort loslegen würden, sobald die Finanzierungsvereinbarung unterschrieben ist, „Ich werde dahinter sein, dass nun was vorwärts geht“, so Lehmer. Am neuen Bundestag liege es dann, ausreichend Haushaltsmittel bereitzustellen, „damit dann auch gebaut werden kann“.
(ham)
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