Erding - Auf welcher Trasse soll die Walpertskirchener Spange nach Erding geführt werden? Diese Frage wird zunehmend zum Zankapfel, in den auch die Stadtratsfraktionen beißen.
In der Veranstaltung der Bürgerinitiative (BI) Bahntunnel Erding attackierte CSU-Stadtrat Fritz Bauschmid die BI, dass sie sich ohne Not so früh auf die Südeinschleifung mit gemeinsamer Gleisnutzung von S- und Regionalbahnen ab Aufhausen festgelegt habe. Damit sei zu einem Zeitpunkt in die Planung eingegriffen worden, zu dem „noch alles offen ist”, so Bauschmid. „Wenn das Ministerium darauf abzielt, einen Keil in den Stadtrat zu treiben, dann ist ihm das gelungen”, ärgerte sich der Landwirt.
Diese Kritik traf aber nicht nur die BI, sondern vor allem Erding Jetzt. Die Gruppierung um Hans Egger hatte erst vor wenigen Tagen klar Stellung pro Südeinschleifung bezogen. Das Vorpreschen sei ärgerlich, „wir sollten beim Konsens bleiben”, empörte sich Bauschmid. Das wollte Egger nicht auf sich sitzen lassen.
In der Versammlung sprach sich auch Günther Kuhn namens der Grünen für die Südlösung aus. Dies sei die Variante, die Erding insgesamt besser bekomme. Bauschmid erwiderte spitz: „Es ist schon sehr verwunderlich, dass sich ein Grüner dafür ausspricht, wo doch ein Landschaftsschutzgebiet durchschnitten wird.”
Das empörte Rainer Mehringer (UWE): „Herr Kuhn hat die Interessen Erdings im Blick. Jetzt nageln Sie ihn doch nicht immer auf dieses Schutzgebiet fest.” Josef Hochholzer und Erwin Dosch, ebenfalls von der UWE, sprachen sich für die Südeinschleifung aus, weil dann auch etwas für die südlicheren Ortsteile getan werden könne. Denn auch bei der Nordlösung werde der S-Bahn-Verkehr dort zunehmen.
Nicht vertreten war am Mittwochabend die SPD. Da diese aber auf den Erhalt des Stadtbahnhhofes pocht, sind deren Stadträte dem Südlager zuzuschlagen. Damit gibt es im Stadtrat derzeit keine Mehrheit für die eine oder andere Variante.
ham
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