Erding - Die Pläne für den S-Bahn-Ringschluss und die Walpertskirchener Spange liegen auf dem Tisch. Ist für Letztere eine Trassenentscheidung getroffen, könnte mit dem Genehmigungsverfahren für das Millionenprojekt begonnen werden.
Im Erdinger Stadtrat erklärte Hans Peter Göttler, Leiter der Abteilung Verkehr im Wirtschaftsministerium: „Uns liegt das Projekt am Herzen. Wir würden es gerne in größtmöglichem Einklang mit der Stadt Erding realisieren."
Doch die Ausführungen gingen dann in eine andere Richtung: Weder für die S-Bahn-Gleise nördlich des Erdinger Bahnhofs noch für die Regionalbahnanbindung sehen die Pläne längere Tunnels oder Tröge vor. Im Falle der Nordeinschleifung der Walpertskirchener Spange - eine Gleis-Tieferlegung gäbe es nur im Bereich Dorfener Straße - würde sogar die Alte Römerstraße komplett abgeriegelt. Besser sähe es bei der Südvariante aus, die einen Tunnel ab dem heutigen Endbahnhof bis zum Eisstadion vorsieht.
Göttler kennt die Wünsche Erdings und legte einen Kostenvergleich vor. Bei der Nordvariante würden sich die Wünsche Erdings - Tunnel bei Kehr, überdeckelter Reginalbahnhalt, Tunnel Haager/Dorfener Straße, Bahnübergangs-Ersatz Park- und Bahnhofstraße - auf 117 Millionen Euro summieren. Bei der Südvariante - hier würde es nur um den Ersatz der beiden Übergänge gehen - wären es Mehrkosten von 38 Millionen Euro. Göttler ließ durchblicken, dass diese Mehrkosten das Gesamtprojekt gefährdeten.
In einer engagierten, aber sachlichen Debatte machten zahlreiche Stadträte deutlich, dass sie mit den Plänen nicht einverstanden seien. Erding würde nicht nur zerschnitten, noch dazu verliere man die Stadtplanung aus der Hand. Die überwiegend oberirdische Streckenführung sei weder Anwohnern noch Autofahrern zuzumuten. Josef Erhard (CSU) sprach vielen aus der Seele: „Ich bin konsterniert.“ Dennoch appellierte Göttler an die Politik, weiter im Gespräch zu bleiben, um gemeinsam eine möglichst verträgliche Lösung zu finden.
Hans Moritz
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