Landkreis - Bei der Typisierungsaktion am Sonntag in Erding wird auch ein Mann zum Helferteam gehören, der bereits selbst als Stammzellenspender gefordert war: Christian Anzenberger (27) aus Dorfen.

Hauptberuflich ist Anzenberger bei der Berufsfeuerwehr in München beschäftigt, ehrenamtlich unter anderem beim BRK in Dorfen tätig. „Ich war immer schon sozial eingestellt und habe auch schon oft Blut gespendet, deshalb habe ich mir gedacht: Lässt du dich typisieren“, erzählt der junge Mann. Das war im Jahr 2007. Wohl wissend, „dass die Wahrscheinlichkeit nicht besonders groß ist, dass du als Spender in Frage kommst“. Umso überraschter sei er gewesen, als schon ein paar Monate später die Anfrage kam, ob er zu einer Knochenmark- beziehungsweise Stammzellenspende bereit sei. „Einerseits war die Freude groß, andererseits war viel Respekt da, denn es war klar: Jetzt geht’s um was“, schildert er seine Gedanken. Letztlich habe er aber keine Sekunde gezögert, um zuzusagen.
Ab diesem Zeitpunkt ist er ständig mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in Kontakt gestanden. „Das ist echt unglaublich, wie du da ständig begleitet wirst“, erzählt der 27-Jährige. „Da wirst du vor jedem Schritt gefragt, ob du immer noch bereit bist, aber es wird nie irgendein Druck aufgebaut.“ Als erstes wurde ein komplettes Blutbild erstellt, um zu sehen, ob auch tatsächlich eine hundertprozentige Übereinstimmung da und er gesund ist. Nach ein paar Wochen habe er das O.k. erhalten.
Traurig gemacht habe ihn dann allerdings die Tatsache, dass es die Frau, für die er gespendet hatte, letztlich nicht geschafft hat. „Ein Jahr später habe ich erfahren, dass es sich dabei um eine 36-jährige Italienerin gehandelt hat, die meine Stammzellen wohl richtig gut vertragen hatte, aber dann nach einem Rückfall gestorben ist“, erzählt Anzenberger.
Dass er jederzeit wieder spenden würde, sei für ihn kein Thema: „Ich habe keine Probleme mit Spritzen, und wenn ich daran denke, dass ich mit einigen kleinen Pieksern jemandem womöglich das Leben retten kann, ist das keine Frage.“
Bei der Aktion „Hilfe für Regina“ in Dorfen ist er als Helfer dabei gewesen, und auch bei „Hilfe für Kathi“ wird er wieder im Team sein. „Ich bin da, wo ich eingesetzt werde“, sagt Anzenberger, „denn ich bin froh, wenn ich irgend etwas zu dieser Aktion beitragen kann“. wk
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