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Tagwerk: Erfolg mit Qualität und Menschlichkeit

Tagwerk: Erfolg mit Qualität und Menschlichkeit

Dorfen - Keine Spur von Krise bei Tagwerk. Die Bio-Erzeuger- und Verbrauchergenossenschaft schreibt weiter schwarze Zahlen und muss erstmals Körperschaftssteuer zahlen.

Der Tagwerk-Aufsichtsrat (v.l.): Martin Fuchs, Anita Pfenninger, Franz Leutner, Hanna Ermann, Josef Bauer, Inge Asendorf, Markus Bracker, Sigi Pschibul-Markgraf. Nicht im Bild sind Angela Wallisch und Lorenz Kratzer. Foto: Weingartner

Der Tagwerk-Aufsichtsrat (v.l.): Martin Fuchs, Anita Pfenninger, Franz Leutner, Hanna Ermann, Josef Bauer, Inge Asendorf, Markus Bracker, Sigi Pschibul-Markgraf. Nicht im Bild sind Angela Wallisch und Lorenz Kratzer. Foto: Weingartner

Im Jubiläumsjahr „25 Jahre Tagwerk e.G.“ konnte der vierköpfige Vorstand in der Generalversammlung im Dorfener Tagwerkzentrum einen positiven Geschäftsbericht für 2008 vorlegen. Nach dem Abbau von Schulden aus den 90er Jahren hatte es Tagwerk bereits 2007 in Gewinnzone geschafft.

Die Aussichten für die Genossenschaft wurden trotz der Krise als sehr zufrieden stellend bewertet. „Trotz Wirtschaftskrise konnten von Januar bis Mai leichte Umsatzsteigerungen verbucht werden“, berichtete Tagwerk-Finanzvorstand Reinhard Bloch. Für den Jahresabschluss 2009 erwarte man erneut ein positives Ergebnis. Der Umsatz 2008 wurde auf 2,87 Millionen Euro beziffert, eine Steigerung von 5,7 Prozent. Der Gewinn vor Steuern betrug 73 510 Euro, eine satte Steigerung von 37 Prozent. Neben der Gewerbesteuer wurde dieses Jahr auch Körperschaftssteuer fällig. „Wir sind also jetzt eine Firma, die dem Staat hilft, seine Schulden zurückzuzahlen“, so Bloch. Der Jahresüberschuss betrug 40 660 Euro. Die Mitglieder stimmten der Empfehlung des Aufsichtsrates zu, den Bilanzgewinn im Betriebsvermögen zu belassen.

Vorstand Klaus Hutner wertete es als sehr erfreulich, dass nach erneuter Steigerung der Anteil regional erzeugter Tagwerk-Produkte nun 48,5 Prozent des Gesamtumsatzes der Genossenschaft betrage. Im Ausblick erklärte er, dass Tagwerk „von der Krise nicht so betroffen“ sei. Der Umsatzzuwachs sei aber gebremst. Insgesamt sei in der Bio-Branche Stagnation, teilweise auch leichte Einbußen zu beobachten.

Zu beschließen gab es auch Satzungsänderungen. Danach wird künftig der ehrenamtlich besetzte Vorstand vom Aufsichtsrat bestimmt und nicht mehr von der Generalversammlung. Die Änderung fand die nötige Drittelviertelmehrheit. Dennoch wurde kritisiert, dass damit ein Stück Basisdemokratie verloren gehe. Dem wurde entgegengehalten, dass der Aufsichtsrat ja weiter von den Mitgliedern in der Generalsversammlung gewählt werde. Abgeschafft wurde auch der Namenszusatz „für naturgemäßes Leben“. Der Aufsichtsratsvorsitzende Markus Bracker begründete dies damit, dass das nicht mehr zeitgemäß sei. In München sei man immer wieder gefragt worden, ob „Tagwerk eine Sekte sei“.

Bei den anstehenden Neuwahlen zum Aufsichtsrat wurden Inge Asendorf, Hanna Ermann, Franz Leutner, Lorenz Kratzer, Angela Wallisch, Martin Fuchs, Anita Pfenninger, Josef Bauer, Markus Bracker und Sigi Pschibul-Markgraf gewählt.

Vorstandsmitglied Reinhold Gromotka erinnerte an die Anfänge der Genossenschaft 1984. Damals war Tagwerk mit vier Biobauern und 44 Verbrauchern mit dem Ziel gegründet worden, die Produkte der damals noch wenigen Biobauern zu vermarkten und immer mehr Landwirte zu motivieren, auf Bio umzustellen. Heute ist „Bio in aller Munde“, stellte Gromotka fest. Dies sei auch ein Verdienst der 25-jährigen Arbeit von Tagwerk. Die Verbraucher- und Erzeugergenossenschaft mit derzeit rund 30 Mitarbeitern habe sich zu einem leistungsfähigen Netzwerk entwickelt, dem heute rund 100 Erzeuger angehörten und das täglich rund 3000 Verbraucher erreiche.

„Es ist uns gelungen, Vertrauen zu schaffen und dem Lebensmittelhandel seine Anonymität zu nehmen“, betonte Gromotka. Das Wichtigste sei das Miteinander. Es gehe nicht um Millionensummen, sondern um einen fairen Umgang untereinander und um den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. (prä)

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