1020.11.09|Lkr. Erding|Lkr. Erding|38
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Dorfen - Der Kampf gegen die A94 durchs Isental geht weiter: Zur ersten Großveranstaltung nach dem Scheitern am Bundesverwaltungsgerichtshof in Leipzig strömten wieder über 500 Besucher in den Streibl-Saal.

© Weingartner
Der A94-Widerstand steht. Über die 500 Besucher der Großveranstaltung freute sich Heiner Müller-Ermann (vorne, roter Pullover.).
Trotz misslicher Lage soll es gemeinsam weitergehen, und notfalls soll erneut geklagt werden. Dieses Signal sendeten die Gegner der Isental-Autobahn an Autobahnplaner und Politik.
Der Sprecher der Aktionsgemeinschaft gegen die A 94, Heiner Müller-Ermann, sprach offen von einer herben Gerichtsniederlage, die Baurecht für das A 94-Teilstück Pastetten-Forstinning zur Folge hatte. Das Stück sei aber ein eigenständiger Teil, betonte er. In Deutschland würden dennoch CSU, SPD und FDP „mit unglaublicher Sturheit weiter an der Isental-Trasse festhalten“.
Bisher müssten sich die gegner keinen Vorwurf machen. Am Engagement habe es nicht gefehlt. Unzählige ehrenamtliche Stunden und insgesamt über 800 000 Euro seien in den Kampf investiert worden. Die A 94-Planer hätten in den letzten 33 Jahren rund 40 Steuer-Millionen für die Planung ausgegeben. Insgesamt fehlten der Staatskasse mehrere Milliarden. Sollten etwa 140 000 Millionen Euro allein für die Einhausung von 160 Fledermäusen bei Schwindkirchen ausgegeben werden müssen, müsse den Bürgern klar sein, dass dieses Geld anderswo fehle.
Mülller-Ermann erklärte die neue Strategie: Man werde den Leuten im Chemiedreieck klar machen, dass die schnellste Autobahnlösung nicht über das Isental führe. Bei dem bisherigen Bautempo könnte die A 94-Isentalstrecke frühestens 2029 durchgängig befahrbar sein. Auf der Trasse Haag entlang der B 12 sei jeder fertige Abschnitt sofort verkehrswirksam. Zudem blieben mit einer Isentalautobahn rund 80 Prozent Restverkehr auf der B 12, was den Unfallschwerpunkt bei Reichertsheim nicht entschärfen würde.
Im Saal voller „Unbeugsamer“ fand Dorfens Dritter Bürgermeister Martin Heilmeier (LDW) deutliche Worte. Die Enttäuschung über das Urteil sei gesackt. Doch während Heilmeier früher mit Gerichten das Wort Gerechtigkeit in Verbindung gebracht habe, assoziiere er heute damit nur Macht, Geld und Skrupellosigkeit. „Wenn wir den Kampf doch verlieren sollten, müssen wir damit leben lernen. Aber noch ist es nicht so weit. Wir haben hoffentlich noch ein Spiel“, so Heilmeier. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Toni Hofreiter verzichtete auf ein Grußwort, kaufte aber das neueste A 94-Widerstandskrügerl.
Herrmann Weingartner
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