014.01.10|Lkr. Erding|Lkr. Erding|
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Taufkirchen - Gemeinderat stimmt Erweiterung der Grube bei Oberhofkirchen zu – Keine Proteste mehr

Gottfried Traber Der Vize-Bürgermeister ist von Kritikern enttäuscht.
Der Gemeinderat hat der Erweiterung und Wiederverfüllung der Lehmgrube südwestlich von Oberhofkirchen gegen sechs Stimmen (Stefan Fürmetz, Josef Galler, Heinz Götzberger, Alois Maier, Norbert Radeck und Otmar Zeilbeck) zugestimmt. Einwände besorgter Bürger, wie noch im Oktober, gab es keine mehr.
Gründe für die Zustimmung zu dem Projekt waren, dass kein einziger Gegner bei der Sitzung anwesend war, und die detaillierte Darstellung von Ingenieur Gerhard Haas-Kahlenberg. Er garantierte für die absolute Sicherheit der Anlage: „Ich lege meine Hand ins Feuer.“
Die vorhandenen Schutzfunktionen seien wesentlich höher, als sie sein müssten, sagte der Planer. Der Betreiber der Lehmgrube, Thomas Lechner, habe darüber hinaus seinen ursprünglichen Antrag sogar ohne Notwendigkeit geändert, was die genehmigungsfähige Verfüllung von Z2-Material betreffe. Er wolle jetzt freiwillig auf Z1.2.-Material umstellen. Dabei handelt es sich laut dem Planer um unbedenklichen Bodenaushub ohne Fremdstoffe, rein mineralischen, vorsortierten Bauschutt sowie vorsortierten, gereinigten Gleisschotter, wie Steine, Boden oder Ziegel.
Das sei ein „handfester Unterschied“, da die Richtwerte von Z1.2.-Material 50 Prozent und mehr unter den Richtwerten für das Recycling von Bauschutt lägen. Sie würden auch die Einleitungsrichtwerte für Abwässer in oberirdische Gewässer um das zwei- bis zehnfache unterschreiten. „Das beantragte Material darf sogar im Baustoffhandel eingesetzt werden“, verdeutlichte Haas-Kahlenberg die Unbedenklichkeit. Gleichzeitig listete er die vielfachen Kontrollmechanismen durch externe, zertifizierte Experten und die hohen Auflagen für die Betreiber auf.
Abgebaut werde eine Kuppe, wobei das Grundwasser mindestens acht Meter unter der Abbausohle liege. Die Schutzfunktion liege damit hoch und wäre sogar für Z2-Material bestens geeignet. Der Ingenieur erklärte, dass der Abbau sukzessiv erfolge und der Jahrestransport bei maximal 30 000 Kubik liege. Die Verkehrsbelastung bezifferte er auf durchschnittlich 40 Fahrten, zu Spitzenzeiten auf 100 Fahrten täglich. „Es sind keine Straßenbaumaßnahmen notwendig, weil der Verkehr so gering ist.“ Das würden auch die zuständigen Fachbehörden so einschätzen.
Grobe Staubentwicklung, wie sie Gemeinderat Josef Galler (Moosen) befürchte, werde es durch die Asphaltierung der Zufahrt nicht geben. Auch eine Zyanid-Kontaminierung, wie sie Norbert Radeck (CSU) ansprach, gebe es nicht. Da würden „falsche Gerüchte“ gestreut, so der Fachmann.
Vize-Bürgermeister Gottfried Traber (CSU) wunderte sich, dass der Eingriff 11,7 Hektar betrage, das rekultivierte Areal aber 12,5 Hektar, also mehr. Haas-Kahlenberg erklärte, dass die Familie Lechner eine zusätzliche Fläche als dauerhaftes Biotop zur Verfügung stelle. CSU-Rat Christoph Puschmann dankte für diese wertvollen Informationen. „Schade, wie immer, dass diejenigen, die laut geschrien haben, heute nicht da sind“, meinte er. Auch Traber fand es „traurig und enttäuschend, erst ein solches Aufhebens zu machen und jetzt interessiert es fast niemanden mehr“. Peter Attenhauser (REP) fand die Anlage mit den neuen Kenntnissen ebenfalls „unbedenklich“. Und Korbinian Empl (FW) meinte: „Wenn wir dem nicht zustimmen, darf bei uns kein Haus mehr gebaut werden, sonst kann keiner mehr sein Zeug wohinfahren. Dann können wir zusperren.“ (mel)
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