Attaching - „Lügenpack“-Rufe für die CSU: In Attaching, so wurde bei einer Infoveranstaltung abermals deutlich, kocht die Volksseele. Sollte die Startbahn kommen, sei Attaching „ein Dorf ohne Zukunft“ – und ohne Sonnenschirme.

© Gleixner
In Attaching kocht die Volksseele.
Gut 400 Bürger hatten sich in der Attachinger Turnhalle versammelt, um sich von OB Dieter Thalhammer, Landrat Michael Schwaiger und MdL Christian Magerl unisono versichern zu lassen, dass man klagen und alles tun werde, um eine „geradezu reaktionäre“ Startbahn (Thalhammer) zu verhindern sowie „bayerischem Größenwahn und der Großmannssucht der Herren Fahrenschon und Kerkloh“ (Magerl) Einhalt zu gebieten.
Was der Planfeststellungsbeschluss zu Attaching zu sagen hat, das hatte Michael Buchberger von der BI Attaching herausgearbeitet. Und das trieb den Blutdruck bei Buchberger und den Zuhörern in die Höhe.
1. Das Entschädigungsgebiet habe sich gegenüber den Akündigungen bei den Erörterungsterminen „nur geringfügig“ geändert und orientiere sich an bestehnden Regeln. Von einem „erheblich erweiterten Bereich“ könne keine Rede sein.
2. Über das restliche Attaching stehe eigentlich nichts in den Unterlagen, da würden die Bürger im Unklaren gelassen – für Buchberger „eine Frechheit sondersgleichen“.
3. Laut Regierung seien die Wertverluste des Grundeigentums außerhalb des Absiedlungsbereichs „nicht von solcher Intensität“, dass die FMG Entschädigungszahlungen leisten müsse.
Die Bilder der Bürgerversammlung in Attaching
5. Obwohl Attaching bisher nicht überflogen werde, im Falle des Baus der dritten Startbahn aber mehr als 500 mal pro Tag, behaupte die Regierung, daraus ergebe sich „kein sicherheitsrelevanter Unterschied zur bestehenden Situation“. „Das kann nicht sein“, kritisierte Buchberger.
Und 6., was, wäre es nicht so traurig, „schon fast kabarettistisch“ sei: Weil ganz Attaching im „Wirbelschleppen-Risikogebiet“ liege, müsse die FMG sämtliche Dächer und den Maibaum auf „Wirbelschleppentauglichkeit“ prüfen und gegebenenfalls „durch Klammern, Nageln oder andere, geeignete Formen der Befestigung fachgerecht wirbelschleppenstabil ertüchtigen“.
Und: Nur solche Sonnenschirme und Markisen dürften installiert werden, die einer Windstärke 6 gewachsen seien. Allerdings gebe es, so haben laut Buchberger Anrufe bei Herstellern ergeben, nur Schirme, die Windstärke 5 aushalten. Fazit: Attaching wäre ein Ort ohne Sonnenschirme.
Andreas Beschorner

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