Helfenbrunn - Auch beim Bayerischen Bauernverband gilt die Regel: Ladies first. Zuerst wurde die Kreisbäuerin gewählt, am Nachmittag wählten dann die Herren einen neuen Kreisobmann.

Für 51 Kreisbäuerinnen gab es Kaffee und Kuchen von der BBV-Geschäftsstelle. Und den konnte man auch brauchen, war die Wahl des neuen Vorstands, der für fünf Jahre die Bäuerinnen aus dem Landkreis vertreten und repräsentieren wird, doch keine einfache Sache. Zunächst einmal kündigte die bisherige stellvertretende Kreisbäuerin Maria Grandl in einem Gedicht an, dass sie für kein Amt mehr zur Verfügung stehe: „Ich pack’s nicht mehr“, gestand sie ein.
Und auch Kreisbäuerin Rosa Westermair, die nach eigener Aussage in letzter Zeit häufig dafür kritisiert worden sei, dass sie zu wenig Zeit für ihr Amt aufwende, wollte eigentlich nach zwei Perioden Schluss machen. Das große Aber: Auch nach Wochen und Monaten sei die Suche nach einer Nachfolgerin erfolglos gewesen, weshalb sie sich nochmals zur Verfügung stellen würde, sagte Westermair.
Gut zwei Stunden später saßen dann die BBV-Ortsobmänner an selber Stelle im „Burgerwirt“ zu Helfenbrunn für dasselbe Prozedere beisammen: Wieder waren es 51 Stimmberechtigte, wieder gab es Kaffee und Kuchen - und wieder erhielt der Chef des BBV-Kreisvorsstands 43 Stimmen: Georg Schmid, bisher „Vize“ im BBV-Kreis, ist 34 Jahre alt und gehört zum Ortsverband Marzling. Dass sein Vorgänger Michael Grünwald nach einer Periode nicht mehr antreten werde, sei laut Schmid schon seit Längerem klar gewesen. Und so war es auch an Schmid, einen kurzen Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre zu werfen: „Relativ stressig“ habe es 2007 mit dem Milchstreik begonnen - eine Aktion, die „böses Blut“ gegeben habe. Aber inzwischen habe man intern alles wieder auf die Reihe gebracht, so Schmid. Auch beim Biber, „eine sehr, sehr leidige Angelegenheit“, habe man mittlerweile Verbesserungen erreicht. Außerdem könnten die Bauern wieder mit einem „deutlichen Anstieg der Gewinne“ rechnen. „Die Landwirtschaft ist auf einem guten Kurs“, so Schmids Fazit.
Schmids Wunsch nach einem Stellvertreter, „der den Namen auch verdient“, dürfte mit dem Allershausener Biobauern Ralf Huber (45 Jahre) erfüllt worden sein: 50 Stimmen bekam Huber. Zuvor war ihm allerdings ins Gewissen geredet worden, er solle als Biobauer die konventionelle Landwirtschaft in der Öffentlichkeit nicht schlecht darstellen. „Sonst kriagst koa Stimm’“, warnte ihn ein Ortsobmann. Huber versicherte, das sei wahrlich nicht seine Absicht.

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