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Überacker - Kai Thurau aus Überacker macht sich für die aus Tschechien stammende Sportart stark
Einer in Deutschland weitgehend unbekannten Sportart will der in Überacker lebende 35-jährige Kai Thurau zu größerer Popularität verhelfen: Dogtrekking - wörtlich übersetzt „Hundewandern“.
Als Vater des Dogtrekking wird der tschechische Schriftsteller und Bergsteiger Jaroslav Monte Kvasnica angesehen. Er organisierte die ersten Touren mit Zeitnehmung und Wertung. Dogtrekking hat neben dem breitensportlichen auch einen leistungssportlichen Aspekt.
Seit 2000 finden in der Tschechischen Republik pro Saison etwa sieben Rennen statt. Erstmals wurden heuer auch in Österreich Veranstaltungen dieser Art durchgeführt. Sowohl beim Mensch als auch beim Hund ist ein gewisser Grad an Fitness Voraussetzung. Die Routen sind nicht selten über 100 Kilometer lang. Die Liebe zur Natur, Abenteuerlust, die Kommunikation mit seinem Hund auf eine neue Art zu erlernen, sind die idealen Grundlagen für diesen neuen Sport. Der Hund trägt ein Zug-oder Führgeschirr, der Mensch ist mit einem Laufgürtel ausgerüstet. Zur Pflichtausrüstung zählen Schlafsack, Isomatte, Essen für Hund und Mensch, Verbandsmaterial.
Der in Überacker wohnende Kai Thurau hat sich nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr dieser Sportart verschrieben. Inzwischen hat der Vater von sechsjährigen Zwillingen schon an mehreren Wettkämpfen teilgenommen; zuletzt im Oktober im Altvatergebirge, wo er mit seinem treuen vierbeinigen Gefährten Maxi unter 23 Startern als Achter ins Ziel kam. Zuvor hatte Thurau an zwei Rennen in Österreich teilgenommen. Dabei belegte er bei einem Wettkampf einen ausgezeichneten dritten Platz.
„Blut geleckt“ habe Thurau an der Sportart, als er von einem österreichischen Dogtrekking-Freund zur Teilnahme eines Rennens nach Tschechien eingeladen wurde. Dieser hatte ihn über das Internet ausfindig gemacht, als Thurau noch selbst kleine, eintägige Hundewanderungen an der Amper, Isar und im Murnauer Gebiet organisierte. Auch eine Drei-Seen-Tour (Weßlinger See – Wörthsee – Ammersee) von 18 Kilometer Länge hat Thurau mit neun Teilnehmern aus dem Landkreis schon einmal durchgeführt.
„Gegen die Extremtouren in Tschechien war das natürlich gar nichts“, meinte Thurau. Die Strecke war nicht nur 96 Kilometer lang, sondern dabei mussten auch noch 3000 Höhenmeter überwunden werden. Thurau, der seit elf Jahren stets zumindest einen Hund - derzeit drei Hunde - besitzt, hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit Wolfgang Hülbig, einem Dogtrekking-Partner aus Kelheim, derartige Veranstaltungen in Deutschland auf die Beine zu stellen. Geplant ist im nächsten Jahr eine 40 bis 50 Kilometer langer Wettkampf im Altmühltal.Teilnehmer aus Tschechien und Österreich haben den beiden bereits signalisiert, an den ersten Veranstaltungen in Deutschland teilnehmen zu wollen. „Noch ist es allerdings sehr schwer, in der Bundesrepublik Menschen für die Sportart zu begeistern“, gesteht Thurau ein. Er hofft jedoch, dass sich die Sportart, wenn sie erst einmal in Deutschland mehr bekannt geworden ist, etablieren wird.
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