Gröbenzell - Er erblickte seine Ehefrau zusammen mit ihrem Chef in einem Auto. Einem 34-jährigen Gröbenzeller war das zuviel. Er schlug zu. Vom Amtsgericht bekam er nun eine Bewährungsstrafe aufgebrummt.
Mal grinste er hämisch, mal warf er böse Blicke um sich, ein anderes mal rastete er aus: „Du hast nicht die Wahrheit gesagt, das schwöre ich beim Tod meines Kindes“, schleuderte der angeklagte Gröbenzeller einem Zeugen im Brucker Amtsgericht entgegen. Der aus dem Kosovo stammende Mann hatte im August 2011 seine Frau und deren damaligen Chef geschlagen, getreten und beleidigt. Dem Mann versetzte er auch einen Kopfstoß, seine Frau nötigte er, ihm ihren Autoschlüssel zu geben. Der Exchef erlitt eine Platzwunde an der Nase, die Frau Hämatome.
Wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung wurde der 34-Jährige zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Auferlegt wurde ihm zudem auf eigene Kosten an einem Antiaggressionstraining teilzunehmen und 1000 Euro an den Brucker Frauennotruf zu bezahlen.
Wie sich in der Verhandlung herausstellte, hatte der Angeklagte wohl nicht zum ersten Mal zugeschlagen. „In panischer Angst vor ihrem Ehemann“, so eine frühere Arbeitskollegin der Ehefrau, hatte die 25-Jährige der Kollegin an dem Augusttag von früheren Schlägen berichtet. Die Kollegin hatte die 25-Jährige für eine Nacht bei sich aufgenommen, bei der Polizei hatte sie zunächst keine Hilfe bekommen. Als sie am Abend Anzeige erstatten wollte, war sie laut der Zeugin gebeten worden dies am Tag darauf zu tun, die Dienststelle sei personell unterbesetzt. Am Tag darauf hatte die 25-Jährige dann Anzeige erstattet, diese mittlerweile aber wieder zurückgezogen. Nach mehreren Wochen in einem Frauenhaus außerhalb Bayerns kehrte sie im September wieder zu ihrem Ehemann zurück.
In der Verhandlung schwieg die 25-Jährige zu dem Geschehen im August.
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