Fürstenfeldbruck - Fast alle Landkreise im Speckgürtel rund um München machen mit beim großen Familienpass der Landeshauptstadt.

Nur Bruck geht einen Sonderweg und zeigt München die kalte Schulter. Konzentration auf lokale Stärke oder regionale Sturköpfigkeit?
Familien aus Dachau, Ebersberg, Freising, München-Land, Starnberg und aus der Landeshauptstadt selbst können sich auch heuer wieder für sechs Euro den Pass Münchens kaufen - und damit eine ganze Menge Vergünstigungen einheimsen. Darunter fallen etwa ermäßigte oder freie Eintritte in Schlösser oder Bäder in München, aber auch für den Wildpark Poing, für den Schongauer Märchenwald und mehr. Aus Bruck ist beispielsweise das Kiddi-Car-Verkehrstraining dabei. Mit Gutschein kostet dort eine Fahrt 3,80 Euro statt 4,10 Euro.
Eine Tagblatt-Leserin bedauert nun, dass Bruck nicht an dem Angebot teilnimmt - und eine Sprecherin der Stadt München schließt sich diesem Bedauern an. Sie berichtet, dass regelmäßig Brucker Bürger bei ihr anfragen, denen sie den Pass dann aber verweigern muss. Denn Bruck steht nicht auf der Kooperationsliste. „Dabei wäre es nur ein Klick im Computer und ich könnte auch Brucker beliefern“, sagt die Sprecherin, die natürlich auch einräumt: Wenn ein Landkreis dabei sein will, muss er zahlen.
Nein, ganz so einfach ist es nicht, findet dagegen Brucks Landrat Thomas Karmasin (CSU). Denn beim Münchner Heft dürfte er zwar mitzahlen. Aber nicht mitreden. „Wir hätten keinen Einfluss gehabt“, sagt Karmasin. Er hat Verständnis, wenn Familien auch in den Genuss der Münchner Angebote kommen möchten. Andererseits sei es aber auch kein Schaden, die regionalen Besonderheiten hervorzuheben. Bruck bietet also - anders als Erding, das sich aus der Nummer komplett raushält - einen eigenen Familienpass. Das ist kostenlos, informiert über die diversen Präventionsprojekte des Jugendamts (Opstapje, Spieleverleih) und enthält ebenfalls Gutscheine. Aber eben nur aus der Region.
So gibt es für Familien etwa einen einmaligen Rabatt von zehn Prozent in einem Germeringer Modegeschäft, fünf Euro Nachlass im Brucker Klettergarten, das günstigste Gericht bei drei Essen gratis in einem Puchheimer Chinarestaurant, Nachlass beim Kino, eine Kugel Eis für jedes Kind als Nachtisch in einer Emmeringer Gaststätte und-undundund.
Enthalten sind aber auch Hinweise darauf, wie man seine Familienfreizeit ganz einfach im Brucker Gäu verbringen kann, also im Freibad Mammendorf beispielsweise oder am Jexhof, an den diversen Seen. Sprich: Hinweise auf Freizeit daheim.
Er könne sich schon vorstellen, dass Bruck sich irgendwann dem Münchner Angebot anschließt, sagt Landrat Karmasin. Aber nur, wenn eine Mitgestaltung möglich ist. Außerdem auch logisch: Wenn Bruck sich München anschließt, ist der eigene Familienpass Geschichte. Denn zwei ähnliche Angebote „wären ein Schmarrn“
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