Jesenwang/Starnberg - Auf dem Weg in die Klinik hat eine Jesenwangerin ihr Kind im Auto zur Welt gebracht. Mutter und Sohn haben alles gut überstanden.

Erschöpft aber glücklich: Katharina und Fredrik kurz nach der Geburt auf dem Beifahrersitz.
Jesenwang/Starnberg - Der Jesenwanger Alex Rockenberg sitzt angespannt am Lenkrad seines Autos und fährt nach Starnberg. Seine hochschwangere Frau Katharina sitzt neben ihm. „Fahr’ rechts ran“, ruft sie, als er die Kreisstadt erreicht. „Das Baby kommt.“ Der werdende Vater sieht eine Polizeistreife und bittet die Beamten, ihn zum Klinikum zu eskortieren.
Mit 80 Sachen brausen sie durch die Stadt. Doch es geht nicht schnell genug - 200 Meter vor dem Klinikum entbindet Katharina Rockenberg ihren Sohn auf dem Beifahrersitz. „Er hat sofort geschnauft und uns mit großen Augen angeschaut“, erzählt die 33-Jährige später. „Das war einer der schönsten Momente, als wir da zu dritt alleine im Auto saßen.“ Es ist auch der Augenblick, in dem die Eltern entdecken, dass ihr Kind ein Bub ist - Fredrik. Im Klinikum nimmt Hebamme Monika Steger die kleine Familie in Empfang. Im Kreissaal durchtrennt der stolze Vater die Nabelschnur. Fünf Stunden später sind die Drei auf dem Heimweg nach Jesenwang.
Zur Sicherheit packte Katharina aber doch noch ihren Mutterpass ein. Gegen halb elf setzte Alex Rockenberg Frau und Tochter bei Freunden in Gröbenzell ab und fuhr weiter. Zehn Minuten später klingelte sein Handy. Die Wehen hatten eingesetzt, sie kamen im Zwei-Minuten-Takt. Sofort machte er kehrt und holte Katharina ab.
Über die Autobahn versuchten sie so schnell wie möglich ins Klinikum Starnberg zu kommen. „Ich wollte nicht im Auto entbinden“, so Katharina. Aber gegen zehn nach elf platzte die Fruchtblase im Pkw. Die 33-Jährige spürte mit der Hand das Köpfchen ihres Sohnes. „Ich war ganz ruhig, als Fredrik gekommen ist. Es war wunderschön“, schwärmt sie.
Und sie ist unbändig stolz auf ihren Mann, „dass er während der Fahrt die Nerven bewahrt hat“. Die junge Mutter ist verwundert, wie gut ihr Körper die Geburt ohne fremde Hilfe gemeistert hat. „In einer Zeit, wo Schwangere sich immer öfters für einen Kaiserschnitt entscheiden, kann ihnen das Beispiel zeigen, dass sie sich nicht so viele Sorgen machen brauchen. Der Körper schafft das schon.“
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