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Hund vergiftet: Ist Gemeinde schuld?

Gröbenzell - Schäferhund Jacky ist qualvoll an Rattengift gestorben. Die Besitzer werfen der Gemeinde vor, am Tod ihres Lieblings nicht unschuldig zu sein.

Jacky

Genau am Gröbenbach, und zwar am Klosterweg, ist Sabine Musial mit dem elfjährigen Jacky am Montag vor einer Woche Gassi gegangen. Danach baute der Schäferhund, der trotz seines hohen Alters topfit gewesen sein soll, plötzlich dramatisch ab. Von Tag zu Tag wurde das Tier schwächer. In der Tierklinik in Haar dann die niederschmetternde Diagnose: schwere innere Verletzungen durch Rattengift. „Unser Hund ist regelrecht von innen verblutet“, erzählt Musial verbittert. „Um seine Qualen zu beenden, mussten wir ihn schließlich einschläfern.“

Jacky sei bei dem besagten Spaziergang angeleint gewesen, betont die 32-Jährige. Dass der Vierbeiner etwas gefressen hat, habe sie nicht bemerkt. Wie sie von den Tierärzten aber weiß, genügt es schon, wenn der Hund beim Schnüffeln über die Schleimhäute eine starke Dosis des Rattengifts aufgenommen hat.

Das Drama lässt dem Paar keine Ruhe: Sie wollen wissen, wer für den Tod ihres geliebten Familienmitglieds verantwortlich ist. Und sie wollen andere Hundebesitzer, aber auch die Eltern von Kindern warnen.

Im Internet ist Musial darauf gestoßen, dass bereits im vergangenen Jahr ein Dackel und ein Mischling in der Gröbenbachgemeinde versehentlich Rattengift gefressen haben und gestorben sind. „Und die Dunkelziffer ist sicher noch höher“, mutmaßt sie. Sie hat auch erfahren, dass die Gemeinde immer wieder Gift im Bereich des Klosterwegs auslegt, um die Rattenplage am Gröbenbach einzudämmen. Eine Vorgehensweise, die von den Grünen und dem Bund Naturschutz bereits scharf kritisiert worden ist.

Auf Nachfrage bei einem Gemeindemitarbeiter habe dieser erst den Einsatz von Rattengift geleugnet, später aber doch zugegeben, dass eine externe Firma für die Kommune derzeit Gift ausgebracht hat, erzählt Musial. Sie ist darüber entsetzt: Denn es gebe keinerlei Warnschilder in dem Bereich, und das, obwohl sich in direkter Nachbarschaft Kindertagesstätten und die Ährenfeldschule befinden.

Die 32-Jährige, deren Kind selbst dort zur Schule geht, hat mittlerweile Anzeige gegen Unbekannt erstattet, auch wenn sie sich keine großen Ermittlungergebnisse erhofft. Denn sie hat den Eindruck gewonnen, dass man bei der Polizei den Fall als Lapalie und die Anzeige als lästig ansieht. Man habe ihr dort auch abgeraten, gegen die Gemeinde Anzeige zu erstatten.

Der stellvertretende Inspektionsleiter Klaus Gründler hält sich, was den Fall betrifft, äußerst bedeckt. Schließlich müsste erst ermittelt werden und dann der Staatsanwalt entscheiden, wie

es weitergeht, sagt er. In der Gemeinde war gestern niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Stefan Weinzierl

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