Fürstenfeldbruck - Landrat Thomas Karmasin fordert, dass das Jugendhilfegesetz geändert wird. Reiche Eltern sollen selbst zahlen. Das untermauert er jetzt mit einem konkreten Beispiel.
Der Fall: Betuchte Eltern aus dem Landkreis adoptieren gegen ausdrücklichen Rat Kinder aus der Ukraine. Aus guten Gründen habe das Ehepaar in Deutschland keine Genehmigung zur Adoption bekommen, sagte Karmasin. Die Eltern kommen mit den zwei Kindern nicht zu Recht. Es kommt zu Misshandlungen.
Die Kinder kommen ins Heim. Das Ganze entwickelt sich, so Karmasin wörtlich, zu einer „menschlichen Tragödie“.
Und zu einem finanziellen Desaster. 700 000 Euro verschlingt der Fall. Dass der Kreis diese Summe zahlen musste, sei ein „ bodenloser Skandal“, sagte Karmasin.
Karmasin schilderte das Beispiel nicht nur im Kreisausschuss. Auch in seiner Rede beim Wirtschaftsempfang hatte er es in ähnlicher Form vorgetragen.
Damals erinnerte er daran, dass der Landkreis gerade einmal die Hälfe des erwähnten Betrags als Zuschüsse an die Musikschulen im Kreis überweise. Der Hinweis, dass beides nicht miteinander vergleichbar sei, stimme nur bedingt. „Wir werden in einigen Wochen bei den Haushaltsberatungen über das eine reden, weil wir nach derzeitiger Rechtslage das andere bezahlen müssen.“
(st)
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