Gröbenzell – Es war eine irrwitzige Aktion: Im Dezember verlor die Familie Bellmann aus Gröbenzell ihr Plüschtier „Frosch“ in den Bergen. Ein Bergführer rettete das Maskottchen. Jetzt wird es noch kurioser: „Frosch“ darf bald nach Tirol – zum Kletterkurs.

© fkn
Das Maskottchen: ein Bub mit „Bartl Bergfrosch“.
Doris Bellmann (53) und ihr Mann Jürgen (54) aus Gröbenzell im Kreis Fürstenfeldbruck haben ihr Lieblingsplüschtier „Frosch“ schon seit über 15 Jahren auf Reisen dabei. Seit die vier Kinder aus dem Haus sind, ist das grüne Wesen so was wie ein Gesprächstherapeut: Wenn die zwei streiten – vermittelt der kleine Quaker. Um so schlimmer war’s, als „Frosch“ kurz nach dem Erinnerungsfoto am Gipfel in einer Felsspalte verschwand, und das bei einer Bergtour auf dem Wilden Kaiser. Verzweifelt riefen die Bellmanns den Alpenverein. Bergführer Markus Fleischmann (33) barg „Frosch“. 425 Euro zahlten die Bellmanns dafür und spendeten noch 400 Euro.
Die Folge: Nach dem Bericht über die „Frosch-Rettung“ im Münchner Merkur berichtete sogar das Fernsehen über die kuriose Liebe zu einem Plüschtier. Die Geschichte schlägt nun noch größere Wellen: „Bartl Bergfrosch“ ist heuer das Maskottchen der Region Wilder Kaiser. Im Sommer dürfen die Bellmanns samt Frosch nun ein Wochenende bei Bartl verbringen. „Bartl Bergfrosch“ hat sie eingeladen – und er will seinem tierischen Freund das Kraxeln beibringen. Die Bellmanns freuen sich schon: „Da sind wir voll dabei! Und Frosch freut sich auch schon!“, sagten sie der tz. Klar, die Geschichte ist verrückt – aber dass jemand sein Plüschtier so liebt, das rührte unglaublich viele Menschen, erzählt Doris Bellmann: „Wir haben so viele Zuschriften gekriegt! Von Menschen, die auch einen Frosch haben und uns Fotos mitgeschickt haben. Ein Mann aus Greifswald hat mal einen ausgestopften Wombat vermisst. Andere haben uns ganz tragische Geschichten geschrieben, dass ihr Tier am Strand von einer Welle weggeschwemmt wurde.“
Andrea Stinglwagner
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