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Die Sache mit dem Power-Armband: Humbug oder Wunderding?

Fürstenfeldbruck - Ein Armband ist derzeit der Renner im „Top Point“, dem Brucker Sportgeschäft des ehemaligen Eishockey-Cracks Andreas Trautner.

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Für Trautner ist das Power-Balance-Band einfach nur „der Wahnsinn“. Mit einem kleinen Chip soll das Silikonband über Frequenzen auf den Körper den Elektrosmog aus der Umgebung neutralisieren. Trautner verkauft durchschnittlich 60 Exemplare am Tag, auch an Kunden aus dem benachbarten Seniorenheim.

Mediziner verbinden den Boom auf das Band mit viel Esoterik. So auch der in Fürstenfeldbruck praktizierende Olympia-Arzt Dr. Mark Henne: „Die Wirkung basiert nicht auf wissenschaftlichen Studien und ist auch nicht bewiesen.“ Der Arzt meint, dass der Kassenknüller viel mit der Psyche zu tun hat. So glauben Käufer, dass ihr Band etwas bringt, also fühlen sie sich besser. Henne ist überzeugt: „Der Erfolg beruht auf dem Placebo-Effekt.“ Er hat in Peking etliche Olympioniken aus aller Welt betreut. „Selbst der Hersteller kann die Wirkung nicht nachweisen.“

Das aus den USA stammende Produkt gibt es bereits seit über zwei Jahren. Die Surfer haben es zuerst entdeckt. Und ausgerechnet bei deren WM ist es nun verboten. Grund: Die Leistung der Sportler mit Band sei zu sehr angestiegen. Wie sich das Band genau zusammensetzt, verrät der Hersteller übrigens nicht - angeblich, um Konkurrenz fernzuhalten. Die wiederum versucht, mit Billigprodukten vom Boom zu profitieren. Das Original-Band gibt es europaweit für knapp 40 Euro nur in ausgewählten Läden, darunter in dem von Andreas Trautner.

„Jeder Formel-1-Fahrer trägt es. Bei der Fußball-WM in Südafrika hatten es alle Spieler aus Holland und Deutschland um,“ will der Brucker Sportartikelhändler in Erfahrung gebracht haben. Trautner selbst trägt es auch - aus voller Überzeugung: „Ich habe keine Migräne mehr.“ Außerdem habe ihm sein Arzt bescheinigt, dass Trautner von dem bei ihm diagnostizierten Asthma geheilt sei. Der Mediziner aus der Buchenau habe daraufhin gleich zwei Bänder bei ihm gekauft, sagt der Geschäftsmann.

Neben besserem Schlaf soll das Band Schmerzen vor allem im Rückenbereich lindern. Auch verbesserte Konzentration und Grundstimmung sowie bis zu 15 Prozent mehr Kraft wird dem Produkt nachgesagt. Die Wirkung könne jedoch von Person zu Person variieren.

„Ich bin einfach besser drauf,“ meint Sigrid Purchinger. Das Power-Band hat die Metzgereiverkäuferin seit zwei Monaten um und ist total begeistert. Sie bestätigt aber, dass die Wirkungen sehr unterschiedlich ausfallen: „Ich mache das Band nachts runter, weil ich sonst nicht einschlafen kann.“ Ihre Kollegin Monika Stietz (55) sagt: „Man ist einfach fitter und agiler. Ich kann jetzt meine Rückenübungen problemlos ausführen.“

Noch unklar sind gesundheitliche Konsequenzen des Chips mit seinen elektromagnetische Frequenzen. Henne: „Das ist ähnlich schwer vorauszusagen wie beim Handy. Da ist es nach 30 Jahren auch anders als anfangs gedacht.“

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