Fürstenfeldbruck - Auf der Online-Plattform Facebook tummeln sich so einige Landkreis-Bürger. Doch der Datenschutz macht vielen von ihnen Sorgen.
Landrat Thomas Karmasin hat seinen eigenen Auftritt, der Olchinger Bürgermeister Andreas Magg ist ebenfalls dabei und auch die Germeringer Stadträtin Gabriele Off-Nesselhauf ist Mitglied. Die Rede ist von Facebook, dem Internet-Kontaktnetzwerk. Hier kann man unter anderem Freunde finden, ihnen Nachrichten hinterlassen oder Fotos hochladen. Doch in der heilen Welt der Online-Familie kriselt es. Grund ist die Ankündigung von Facebook, die Daten seiner Nutzer weiterzugeben. Das hat eine der prominentesten Nutzerinnen auf den Plan gerufen.
Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat das Unternehmen aufgefordert, von seinen Plänen abzusehen. Andernfalls werde sie sich abmelden. „Das würde ich auch machen“, sagt Gabriele Off-Nesselhauf, die Kreisvorsitzende der Frauenunion. Bedauern würde sie diesen Schritt trotzdem. Denn eigentlich findet die Politikerin das Netzwerk äußerst praktisch. „Mein Sohn lebt in Singapur, so können wir gut in Kontakt bleiben.“
In Kontakt bleiben will auch Beate Walter-Rosenheimer, Kreisvorsitzende der Grünen. Via Facebook tauscht sie sich mit Parteikollegen in ganz Deutschland aus. „Aber wenn da jetzt Daten weitergegeben werden sollen, dann wäre das eine Schweinerei.“
Auch Olchings Bürgermeister Andreas Magg findet die Online-Plattform gut. „Das ist eine tolle Möglichkeit, sich auszutauschen“, sagt er. Die Weitergabe von Daten sieht aber auch der Rathauschef kritisch. „Jeder, der in solchen Netzwerken ist, muss sich überlegen, was er reinstellt.“ Wer also hofft, auf Facebook neues über den Bürgermeister zu erfahren, der wird enttäuscht. „Alles was drinsteht, wissen die Leute sowieso.“
Andreas Maggs Parteikollege Philipp Schuller, Stadt- und Kreisrat aus Germering, ist ebenfalls kritisch. Der Sozialdemokrat sieht aber die Politik in der Pflicht. „Es ist deren Aufgabe, die Leute zu schützen.“ Den Vorstoß Ilse Aigners hält er grundsätzlich für richtig. Selbst Konsequenzen ziehen will Schuller aber nicht. „Ich bleibe dabei.“
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