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Angst vor Konkurrenzunfähigkeit

Garmisch-Partenkirchen - Seit im Automatensaal des Alpencasinos in Garmisch-Partenkirchen wieder geraucht werden darf, steigen die Umsätze. Spielbank-Direktor Koppelstätter graut vor einem erneuten Rauchverbot.

Glücksbringer: Mit dem Ergebnis im Automatensaal ist Peter Koppelstätter zufrieden. Foto: Holzapfel

Glücksbringer: Mit dem Ergebnis im Automatensaal ist Peter Koppelstätter zufrieden. Foto: Holzapfel

Peter Koppelstätter selbst hat nie geraucht. Trotzdem wendet sich der Direktor der Spielbank in Garmisch-Partenkirchen gegen ein striktes Rauchverbot, wie es in Bayern bevorsteht. „Für das Geschäft ist das Rauchen eminent wichtig.“ Er kann das auch mit Zahlen belegen: Seit dem 1. August vergangenen Jahres dürfen Gäste im Automatensaal des Alpencasinos wieder rauchen. Und seit dieser Zeit stieg das Ergebnis dort, verglichen mit 2008, um 2,8 Prozent an. „Die Gäste, die spielen wollen, wollen auch rauchen“, stellt Koppelstätter fest. Durch ein Rauchverbot würden seine Besucher – nach dem ersten Gesetz zum Nichtraucherschutz – nun ein zweites Mal verprellt. Noch schlimmer für ihn: „Es steht zu befürchten, dass sich die privaten Spielotheken nicht daran halten werden.“

Das Alpencasino hat 2009 erneut Einbußen hinnehmen müssen: beim Bruttospiel-Ertrag (BSE), also dem Gesamtergebnis, das von 11,960 Millionen Euro im Jahr 2008 auf 10,931 Millionen Euro sank. Das entspricht einem Minus von 8,6 Prozent. Das Ergebnis aller neun Spielbanken im Bayern sank im gleichen Zeitraum um 9,2 Prozent. Besonders stark war der Einbruch in Garmisch-Partenkirchen beim Großen Spiel mit Roulette, Black Jack und Poker, „unserem Sorgenkind“: minus 22,4 Prozent. Das Automatenspiel verlor 4,6 Prozent. Auch weniger Besucher zählte das Alpencasino: 116 779 gegenüber 122 810 im Jahr 2008, ein Minus von 4,9 Prozent.

Für den Markt Garmisch-Partenkirchen ist dieser Rückgang besonders schmerzhaft: Er erhält nur noch rund 1,639 Millionen Euro an Spielbankabgabe. Und noch eine Folge: Das Alpencasino muss Personal sparen. Mehr als 100 Beschäftigte zählt es, drei Stellen hat Koppelstätter 2009 nicht mehr nachbesetzt. „Das könnte sich, abhängig vom Geschäft, fortsetzen“, befürchtet er. Einbußen im Service soll es nicht geben.

Einen Grund für den Rückgang in seinem Haus sieht Koppelstätter in den privaten Spielhallen, „die sich explosionsartig verbreiten“. Gerade in München. Aus der Landeshauptstadt kommen die meisten Gäste in die Spielbank Garmisch-Partenkirchen. Zudem dürfen gewerbliche Hallen das gleiche Angebot stellen wie staatliche Spielbanken. Und, damit schließt sich der Kreis, in den Spielotheken dürften die Besucher auch rauchen. Wie zu Hause, wenn sie Spielangebote im Fernsehen und im Internet nutzen.

Koppelstätter ist überzeugt: „Wenn wir ein einigermaßen gleiches Angebot hätten und gleiche Rahmenbedingungen, wären wir konkurrenzfähig zu allem.“ Mit dem Rauchverbot sei das nicht mehr der Fall. (matt)

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