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Beckstein gegen "Grüne Gentechnik"

Großweil - Milchpreis, Gentechnik, Agrardiesel und Almwegebau: Ministerpräsident Beckstein und Agrarminister Miller stellten sich auf der "Kreut-Alm" den kritischen Fragen der Bauern.

"Ich verstehe von der Landwirtschaft mehr als die meisten mir zutrauen", schickte Beckstein vorneweg. Er sei seit zwanzig Jahren im Kabinett, und in jeder zweiten Ministerratssitzung spielten Agrar-Fragen eine Rolle. Der Ministerpräsident sprach sich vor rund 200 Zuhörern für eine bäuerliche Landwirtschaft mit fairen Konditionen aus, man wolle keine Agrarindustrie. In Sachen "Grüne Gentechnik" machte der Franke klar, dass die Regierung keinen Anbau wolle. Allerdings möchte man die Sicherheitsforschung in Weihenstephan weiter betreiben. "Sie darf nicht nur von den großen Konzernen gemacht werden", sagte Beckstein.

Einer der Anwesenden appellierte an die Staatsregierung, dass sie hundertprozentig gegen die Gentechnik sein müsse. Kreisbäuerin Christine Singer betonte: "Die Grüne Gentechnik macht uns Angst. Für mich ist das unverantwortbar." Wenn es Probleme damit geben sollte, werde dies wieder an den Landwirten hängen bleiben, machte die Hofheimerin deutlich. So sei es schon bei früheren Lebensmittelskandalen gewesen. Kreisobmann Nikolaus Onnich stellte bezüglich der Agro-Gentechnik klar: "Der Verbraucher will es nicht und wir wollen es auch nicht." Der Bad Kohlgruber forderte darüber hinaus, dass Agrardiesel in Europa gleich besteuert werden sollte. Die deutschen Bauern müssten für einen Liter 40 Cent Steuer zahlen, in anderen EU-Staaten sei dies weniger.

"Die Energiekosten treffen uns narrisch", unterstrich auch Josef Glatz. Der Vorstand der Weidegenossenschaft Garmisch erwartet von der Politik Unterstützung beim Almwegebau, ansonsten nehme die Kulturlandschaft Schaden. Glatz verdeutlichte, dass die Politiker "nicht nur reden, sondern hinter uns stehen" müssten. Landwirtschaftsminister Josef Miller sagte Unterstützung zu. Der Wegebau müsse "stark gefördert" werden. "Wir wollen die Almen erhalten", so Miller. Unterschiedliche Aussagen gab es bezüglich der Ausgleichszulage. Während Miller erklärte, die Mittel seien angestiegen, stellte Onnich klar, dass diese Fördergelder "bei uns normalen Bauern" weniger geworden seien. Die Ausgleichszulage dient dazu, die Bewirtschaftung in Gebieten mit ungünstigen Standortbedingungen aufrechtzuerhalten.

Onnich verwies darüber hinaus auf die Alpenkonvention. Darin heißt es, dass "die Berglandwirtschaft unter Berücksichtigung der natürlichen Standortnachteile zu fördern" sei. Betriebe, die in Extremlagen eine Mindestbewirtschaftung sichern, seien besonders zu unterstützen. "Da steht eigentlich alles drin, was man braucht", betonte der Kreisobmann. Die Konvention sei "beschlossen und bindend". Landrat Harald Kühn (CSU) verlangte, dass die Programme für die Alpenregion weiterentwickelt werden müssten. Hans Leis, Kreisvorsitzender des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM), forderte derweil Minister Miller auf, für die so genannte Null-Saldierung zu kämpfen. "Da ist höchste Eile geboten", betonte der Uffinger. Derzeit ist es so, dass die Überproduktion des einen Bauern mit der Unterproduktion des anderen verrechnet werden kann.

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