Großweil - Die Großweiler Wirtsleute Benjamin und Uschi Fröhlich müssen ihr Wirtshaus Fröhlichs Platzl umbenennen. Den Namen Platzl hat sich die Münchner Familie Inselkammer schützen lassen.

Müssen einen neuen Namen für ihre Wirtschaft suchen: Benjamin und Uschi Fröhlich mit Söhnchen Felix. Foto: Herpen
Fröhlichs Platzl ist eine schmucke Dorfwirtschaft in Großweils Ortsmitte – mit einer urigen Gaststube und einem gemütlichen Biergarten. Doch die Idylle täuscht. Wirt Benjamin Fröhlich und seiner Frau Uschi droht nämlich mächtig rechtlicher Ärger aus der Landeshauptstadt, wenn sie ihr Lokal, in dem auch die kultige Neuwirtbühne Theater spielt, nicht schleunigst umbenennen. Denn der Name Platzl ist tabu. Diesen ließ sich die Familie Inselkammer, der das bekannte Platzl Hotel in der Münchner Altstadt gehört, deutschlandweit schützen.
Geschäftsführer und Wiesnwirt (Armbrustschützenzelt) Peter Inselkammer versteht in dieser Angelegenheit keinen Spaß: „Platzl ist ein Qualitätsbegriff für unser Haus“, betont er. Ihm gehe es darum, dass diese Marke im Bereich der Hotel- und Gaststättenbranche nicht „verwässert“ wird. Schließlich betreibe seine Familie das Hotel bereits seit den 50er Jahren. Er habe den Fröhlichs eine „höfliche Aufforderung“ geschickt, die Bezeichnung für ihr Lokal zu ändern. Sollten die Wirtsleute dem nachkommen, werde er von rechtlichen Schritten absehen.
Spricht man in München vom Platzl, kann damit das besagte Hotel, die ehemalige weltberühmte Bauernbühne oder die platzartige Straßenerweiterung im Herzen der Altstadt gemeint sein. Alle drei „Platzl“ liegen in dem historischen Viertel zwischen Altem Hof und Hofbräuhaus.
Er habe 2009 bei der Namensgebung nicht im Traum an mögliche Rechtsprobleme gedacht, erinnert sich der Wirt. Der Ausdruck Platzl sei ihm spontan eingefallen, weil dieser zu der einladenden Örtlichkeit an der Kocheler Straße gut passe. Natürlich ließ er Inselkammers Forderung von einem Anwalt überprüfen – mit dem Ergebnis: Der Münchner Hotelier ist im Recht. „Ich habe keine Chance“, räumt Fröhlich ein.
Auch wenn der Großweiler Wirt die unfreiwillige Namensänderung öffentlichkeitswirksam vermarktet, er wird ordentlich Geld verlieren. Schließlich muss nicht nur das Logo an der Häuserfassade überpinselt werden. Fröhlich braucht auch neue Speisekarten, Visitenkarten, Prospekte und Hinweisschilder. „Ich hab’ noch gar nicht ausgerechnet, was das alles kostet“, sagt er. (as)
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