Mittenwald - Der „Stein des Anstoßes" hat für viel Gesprächsstoff gesorgt im Ort. Heute soll ein klärendes Gespräch zwischen den Initiatoren und Bürgermeister Adolf Hornsteiner stattfinden.

Das Mahnmal wurde am 4. Juni vom Mittenwalder Bahnhofsplatz abtransportiert. Seither wird es an einem geheimen Ort aufbewahrt. Foto: fkn
Adolf Hornsteiner sieht dem brisanten Termin heute Nachmittag gelassen entgegen. Um 14 Uhr wird der Mittenwalder CSU-Bürgermeister im Rathaus Vertreter des Arbeitskreises „Angreifbare Traditionspflege“ empfangen – zu einem klärenden Gespräch über die Zukunft des sogenannten „Stein des Anstoßes“.
Das Denkmal zu Ehren der Nazi-Opfer hatte die Initiative am Samstag vor Pfingsten im Rahmen einer Demonstration auf dem Mittenwalder Bahnhofsplatz unbeobachtet aufgestellt. Und eben das sorgte für reichlich Gesprächsstoff in der Marktgemeinde. Fünf Tage später ließ Vize-Bürgermeister Georg Gschwendtner (CSU) in Vertretung des urlaubenden Rathaus-Chefs das zirka 1,5 Meter hohe „Geschenk“ aus Sicherheitsgründen wieder entfernen.
Die Initiatoren hatten das als „Affront gegen die Überlebenden und Opfer des nationalsozialistischen Regimes“ gewertet. So wollen es die Mittenwalder Volksvertreter aber nicht verstanden wissen. Deshalb hatte Gschwendtner betont, dass er inhaltlich mit dem Text auf der Stele leben könne und zeitgleich angeboten, gemeinsam über „eine geeignete Maßnahme an geeigneter Stelle“ zu diskutieren.
Zur möglichen Zukunft des Mahnmals möchte sich Hornsteiner noch nicht äußern. Nur eines steht fest: Eine kompromisslose Linie will er nicht vertreten. „Ich bin auf Ausgleich und nicht auf Konfrontation aus. Sonst könnten wir die Diskussion ja gleich sein lassen.“ Er wolle sich völlig emotionslos und ergebnisoffen mit den Vertretern des Arbeitskreises an einen Tisch setzen. „Ich bin selber gespannt, was herauskommt“, sagt Hornsteiner.
Die Haltung seiner Gesprächspartner dagegen stellt sich in einem offenen Brief, der gestern beim Tagblatt einging, etwas rigoroser dar. „Mittenwald wird das Denkmal nicht mehr loswerden“, sagt Lars Reissmann, einer der Sprecher der Initiative. An der Frage des Verbleibs werde sich zeigen, ob die Marktgemeinde ein moderner internationaler Tourismusstandort ist. „Wir wollen, dass das Denkmal dort, wo es abgebaut wurde, wieder aufgestellt wird. Punkt.“ Reissmanns Mitstreiterin Sabine Hermann hatte sich vor zwei Wochen gegenüber unserer Zeitung noch deutlich gesprächsbereiter gezeigt. „Wir sind gerne bereit, über einen alternativen Standort zu diskutieren“, sagte sie damals. Es besteht also reichlich Diskussionsbedarf. (lxs)
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.
Facebook 'Like Box' wird geladen...




Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.