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Artikel: König-Ludwig-Lauf beschert Oberammergau 6000 zusätzliche Übernachtungen
Oberammergau - Dank dem Wettbewerb finden 68 Prozent mehr Gäste in das Ammertal. Ammergauer-Alpen-Geschäftsführer Jörg Christöphler sieht darin positive Effekte für die Olympia-Bewerbung.

Über 3000 Teilnehmer gehen an diesem Wochenende beim König-Ludwig-Lauf an den Start. Mindestens ebenso viele Zuschauer und Fans sorgen dafür, dass die Betten im Ammertal sehr gut belegt sind. Foto: Kögl
Neben der Passion ist es das wichtigste Ereignis im Ammertal: der König-Ludwig-Lauf. Abgesehen von der sportlichen Bedeutung als Deutschlands größter Volksskilanglauf ist die Veranstaltung, die an diesem Wochenende bereits zum 38. Mal im Graswangtal stattfindet, vor allem aus touristischer Sicht enorm wichtig für die Region.
„Der Lauf bringt Oberammergau jedes Jahr zirka 6000 zusätzliche Übernachtungen“, betont Hans Reicherl. Doch nicht nur dort profitieren dem Organisator des „Luggi-Laufes“ zufolge die Hoteliers und Vermieter von dem Event. „Auch in den umliegenden Orten sind die Häuser voll.“ Im vergangenen Jahr beispielsweise war die Zahl der Ankünfte im gesamten Ammertal während des König-Ludwig-Laufes nach Angaben des Tourismusverbandes Ammergauer Alpen um 68 Prozent gestiegen.
Reicherl rechnet nicht damit, dass das in diesem Jahr sehr viel anders sein wird. Um den zahlreichen Gästen und den über 3000 Teilnehmern aus insgesamt 31 Nationen etwas bieten zu können, sind um die 400 ehrenamtlichen Helfer seit Wochen mit den Vorbereitungen für den König-Ludwig-Lauf beschäftigt. „Wir haben auch heuer wieder tausende Tonnen Kunstschnee verarbeitet, um die Loipen bestmöglich präparieren zu können“, erzählt Reicherl.
In deren Genuss wird der fünffache Olympiagewinner und sechsfache Weltmeister Thomas Alsgaard nicht kommen. Der ehemalige norwegische Profi-Langläufer hat seine Teilnahme kurzfristig abgesagt. „Er ist bereits auf dem Weg zu den Olympischen Spielen nach Vancouver“, weiß Reicherl, der davon überzeugt ist, dass dieser Umstand dem Lauf nicht schaden wird.
Und schon gar nicht den Zuschauerzahlen. Allein die 2590 Betten in Oberammergau sind „komplett ausgelastet“, weiß Christl Unruh. Zur Zeit ist die Mitorganisatorin des Vermieter-Stammtisches damit beschäftigt, Gästeanfragen an die umliegenden Gemeinden weiterzuleiten. „Insofern profitiert natürlich das gesamte Ammertal von dem König-Ludwig-Lauf.“ Als „sehr positiv“ bewertet die 61-Jährige, deren eigene Pension ebenfalls ausgebucht ist, „dass die Gäste oft nicht mehr nur übers Wochenende bleiben, sondern bis zu fünf Tage“.
Diese Tendenz kann Anton Preisinger zwar nicht bestätigen. Der Geschäftsführer des Hotels Alte Post in Oberammergau misst der Sportveranstaltung aber dennoch eine immense Bedeutung zu. „Der Ort ist an diesem Wochenende voll, was ohne den König-Ludwig-Lauf nicht so wäre.“ Vor allem den Werbeeffekt, Oberammergau über die Region hinaus als Langlaufort bekannt zu machen, findet er unbezahlbar.
Ins selbe Horn stößt auch Jörg Christöphler. Gerade vor dem Hintergrund, dass 2018 ein Teil der Olympischen Spiele in Oberammergau stattfinden könnte, sollte München den Zuschlag erhalten, kann der Geschäftsführer der Ammergauer Alpen die Bedeutung des König-Ludwig-Laufes gar nicht oft genug betonen. „Wenn die Begeisterung der Menschen gut dargestellt wird, wirkt sich das positiv auf unsere Chancen aus“, ist sich der Tourismus-Experte sicher. Damit das gelingt, sind an diesem Wochenende zwei Journalisten unter den Zuschauern, die für die Bewerbungsgesellschaft Fotos machen und einen Bericht schreiben. Beides soll zeigen, dass Oberammergau der richtige Ort für die olympischen Langlauf- und Biathlon-Wettbewerbe wäre.
Silke Scheder
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