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Von Lawine begraben: Leutascher Rotmoosalm ein Trümmerfeld

Leutasch/Mittenwald - Im Februar wurde die Hütte auf der Rotmoosalm unter einer Lawine begraben. Noch heuer soll die beliebte Bergsteiger-Unterkunft wieder aufgebaut werden.

Ein Ruienfeld: Die Lawine hat an der Rotmoosalm-Hütte im Februar ganze Arbeit verrichtet. Foto: hässler

Ein Ruienfeld: Die Lawine hat an der Rotmoosalm-Hütte im Februar ganze Arbeit verrichtet. Foto: hässler

Viele Isartaler werden sich noch daran erinnern, als im Jahr 2000 die Kriner-Kofler-Hütte (1407 Meter) auf der Vereiner Alm im Karwendel einer Lawine zum Opfer fiel. Die Bergsteiger-Unterkunft der Mittenwalder Alpenvereinssektion wurde damals restlos zerstört, und der Schock war groß. Nach zähen Verhandlungen mit der Grundeigentümerin, der Von-Finckschen Hauptverwaltung, wurde das neue Kleinod erst 2004 wieder eröffnet.

Seit diesem Winter stehen nun die Tiroler Nachbarn in Leutasch vor dem gleichen Problem: Die oberhalb des Gaistals nahe des Predigtsteins (2234 Meter) gelegene Rotmoosalm (1904 Meter) der Agrargemeinschaft Leutasch wurde Ende Februar unter einer Lawine begraben. Eines der beliebtesten Ziele auch für Isartaler Bergwanderer gibt es damit nicht mehr.

Erst nach der Schneeschmelze war das Ausmaß dieser obendrein durch Steinschlag verschärften Katastrophe zu erkennen. Obmann Günter Krug spricht von einem Totalschaden. Zwar habe es bisher schon einige Lawinenschäden an der 1953 erbauten Rotmoosalm gegeben, „1984 fehlte die Hälfte vom Dach, und 1999 wurde der Anbau von Stall und Holzhütte mitgerissen“, berichtet Krug. „Doch so schlimm wie heuer war es noch nie.“

Inzwischen machten sich die Leutascher Gedanken wegen des Wiederaufbaus – „jedoch an einem neuen Platz“. Im Gespräch seien, so Krug, der Standort der alten Hütte unterhalb der zerstörten Rotmoosalm. Um dort Lawinenschäden vorzubeugen, müsste die Bauweise aber in Stahlbeton erfolgen. „Damit kann weder ich mich so recht anfreunden noch die Agrargemeinschaft. Das passt einfach nicht in dieses wunderschöne Fleckchen Erde.“ Auch die Kosten hierfür sind mit 530 000 Euro „trotz Zuschusses aus dem Katastrophenfonds einfach immens“. Viel mehr liegt dem Obmann ein zweiter Vorschlag am Herzen: Nämlich eine Blockhütte östlich der Rotmoosalm am Schönberg aufzurichten. Das lawinensichere Gelände Richtung Wangalm könne dann mit einem Weg erschlossen werden.

Jetzt warten Krug und Co. nur noch auf den Entscheid der Landesregierung, der in etwa drei Wochen vorliegen dürfte. Mit dem Bau wird auf jeden Fall noch heuer begonnen. Eine gute Nachricht gibt es schon jetzt: Bis die neue Hütte steht, müssen die Wanderer nicht verhungern und verdursten. Während der Sommersaison bietet das Pächter-Ehepaar der Rotmoosalm, Gabi und Simon Neuner, in der inzwischen gemütlich restaurierten alten Hütte eine Ersatz-Einkehr.

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