Mittenwald - Das Dachgeschoss eines Mittenwalder Mehrfamilienhauses ist Montagabend komplett ausgebrannt. Die 89-jährige Bewohnerin wurde aus den Flammen gerettet.

© Wolfgang Kunz
Um mögliche Glutnester mit der Wärmebildkamera aufzuspüren, mussten Teile des Dachstuhls aufgebrochen werden. „
Die Flammen erreichen fast das Nachbarhaus, dichter, stinkender Qualm vernebelt im Viertel an der Rahnstraße die Sicht: „Es sah wirklich bedrohlich aus“, schildert Augenzeugin Christine Jeschke die Bilder, die sich ihr am gestrigen Abend gegen 17.30 Uhr boten. Innerhalb kürzester Zeit rücken erste Feuerwehreinheiten an; am Schluss sind es 125 Männer aus Mittenwald, Krün, Wallgau und Partenkirchen, die die Feuerkatastrophe sehr schnell unter Kontrolle bringen. Der Schaden beläuft sich ersten Polizei-Schätzungen zufolge auf bis zu 80 000 Euro.
Kurze Zeit später war ein Notarztwagen mit einer Mittenwalderin (89) ins Klinkum Garmisch-Partenkirchen gefahren. Die Senioren kam mit einer Rauchvergiftung davon – sie hatte Glück im Unglück: Ein Passant (70) hatte das Feuer entdeckt und die Frau geistesgegenwärtig aus ihrer Dachgeschoss-Wohnung gerettet. Sie war alleine in dem Fünf-Parteien-Haus. Drei Ferienwohnungen standen leer, ein weiterer Mieter weilt derzeit in Afrika.
Die ehrenamtliche Schnelleinsatzgruppe versorgte die geschockte Bewohnerin, da der Rettungswagen zu diesem Zeitpunkt andernorts unterwegs war. „Wir waren erst gegen 18 Uhr da“, sagte Hans Steinbrecher, Einsatzleiter des Bayerischen Roten Kreuzes, das mit elf Kräften vor Ort war. „Die Anfahrt aus Garmisch-Partenkirchen war wegen der Straßenverhältnisse schwierig.“ Auch die Feuerwehr hatte angesichts Minus-Temperaturen und Schneefalls auf dem rutschigen Dach mit Problemen zu kämpfen.
Um mögliche Glutnester mit der Wärmebildkamera aufzuspüren, mussten Teile des Dachstuhls aufgebrochen werden. „Hoffentlich kriegen wir die Heizung in Schwung“, meinte Mittenwalds Kommandant Hubert Klotz. „Denn wenn wir nicht heizen können, gefriert uns da oben alles ein.“ Auch unten auf der Straße waren seine Kollegen lange im Einsatz. Die Unglücksstelle wurde großräumig abgesperrt. Auf der Innsbrucker Straße zwischen Dekan-Karl-Platz und Postkeller konnten längere Zeit keine Autos fahren.
von Eva Hutter und Christof Schnürer
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