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Pond-Hockey-Cup: Kleines Minus, großer Imagegewinn

Garmisch-Partenkirchen - Der Pond-Hockey-Cup auf dem Rießersee soll auch 2013 wieder stattfinden. Probleme könnte nur die Eishockey-Nationalmannschaft bereiten.

Besonderes Turnier am besonderen Ort: Der Pond-Hockey-Cup lockte fast 500 Eishockeyspieler auf den Rießersee. foto: BSE-Pictures

Gert Zinn hat den Rießersee täglich vor der Nase. Als Direktor des gleichnamigen Hotel-Resorts oberhalb von Garmisch-Partenkirchen kann er den Ausblick über den See auf die Berge genießen, wann immer ihm danach ist. Solche Bilder, die der 2. Pond-Hockey-Cup des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB) beschert hat, erlebt aber auch er nicht alle Tage. Fast 500 Eishockeyspieler, vom „Hobbyhackler“ bis zum hochdekorierten Ex-Profi, tummelten sich bei idealen Eisverhältnissen auf dem See. „Einfach nur traumhaft“, schwärmt er. Und weil der Chef des Hauses gar nicht genug davon bekommen konnte, wartete er ungeduldig auf die Fernseh-Dokumentationen, die das Bayerische Fernsehen und Sport1 (Wiederholung am Samstag, 25. Februar, um 14 Uhr) erstellt haben. „Besser hätte es nicht laufen können. Das war ideale Werbung für den See, für die ganze Region.“

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Franz Reindl kann ihm nur beipflichten. „Wir hatten den idealen Zeitpunkt, alles funktionierte absolut perfekt.“ Der Alt-Internationale und Generaldirektor des DEB war vor drei Jahren auf die Idee gekommen, Eishockey in seiner ursprünglichsten Form wieder aufleben zu lassen. Ohne Torhüter, ohne viel Ausrüstung - einfach mit Schlittschuhen, Schienbeinschonern und Schläger. Das Ganze auf dem Rießersee, einer der historischen Stätten.

Nun ist der Pond-Hockey-Cup (Pond ist englisch für Teich) zum zweiten Mal über die Bühne gegangen, und die Veranstalter wurden mit Lobeshymnen überhäuft. „Wir hatten 83 Mannschaften, das ist sicher das obere Limit. Mehr geht nicht, wir müssen das eher wieder reduzieren“, blickt Reindl schon mal in die Zukunft. Die soll der Wettbewerb in jedem Fall haben. Auch wenn die Veranstaltung ein großer Kraftakt ist - organisatorisch wie finanziell. „Wir haben zwar noch nicht alles abgerechnet. Aber uns bleibt schon ein kleines Minus“, spricht Reindl offen. Das nimmt der DEB aber gerne in Kauf. Denn: „Eine bessere Imagewerbung fürs Eishockey gibt es nicht. Das tut uns gut. Wir haben es mit dem Pond-Hockey-Cup bundesweit sogar auf die Titelseiten der Print-Medien geschafft.“ Und da das Interesse von Sponsoren eher wächst, dürfte das Budget von derzeit 40 000 Euro sicher ausbaufähig sein. „Uns reicht ja schon, wenn wir Plus-Minus-Null rausgehen“, versichert Reindl.

Organisatorisch trifft der Aufwand weniger den DEB. Die Agentur Alpin Convention kümmerte sich um den Ablauf. „Das Riessersee Hotel hat uns sehr entlastet“, betont Reindl. Das Haus hat eine Flutlichtanlage für den vorderen Teil des Sees installiert und sich heuer um die Eisbereitung gekümmert. Zinns vierköpfiges Team der Haustechnik investierte rund 600 Stunden, um perfekte Verhältnisse zu schaffen. „Ein Kraftakt“, sagt Zinn. Der Direktor ist vor allem froh, dass Hotel-Eigentümer Dieter Ballwanz so sehr hinter der Sache steht. „Da ist das Herz gespalten. Man muss Kaufmann sein, aber auch Idealist“, meint Zinn. Denn Aufwand und Ertrag dürfe man nicht gegenüberstellen. „Aber wenn man bei jeder Veranstaltung nur auf die Lukrativität schaut, kommt man nicht voran.“

Zinn hofft sehr darauf, dass es 2013 eine dritte Auflage des Gaudi-Turniers geben wird. „Es wäre fatal, wenn wir uns diese Veranstaltung wieder nehmen lassen würden, vor allem wegen einer Diskussion um die Kosten.“ Das schließt Reindl aber auch direkt aus. „Der Imagegewinn wiegt das Minus in jedem Fall auf.“ Er sieht „am Horizont“ nur ein mögliches Problem. „Wenn unsere A-Mannschaft bei der WM die direkte Olympia-Teilnahme nicht schafft, würden wir im Februar 2013 im eigenen Land die Qualifikation austragen.“ In der Zeit, die für den Pond-Hockey-Cup vorgesehen ist. „Dann wird es mit den Ressourcen knapp, so viel Personal haben wir nicht.“

Zinn wird bei der WM im Mai also die Daumen drücken. Und selbst im Fall des Scheiterns der Nationalmannschaft sollten seiner Meinung nach alle Hebel in Bewegung gesetzt werden. „Wir wissen ja rechtzeitig, was los ist. Vielleicht finden wir einen anderen Termin.“ Sein Team wird auf jeden Fall wieder bereit stehen.

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