3723.03.10|Landkreis GAP|Landkreis GAP|87
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Garmisch-Partenkirchen - Dem SC Riessersee steht das Wasser finanziell bis Oberkante Unterlippe – wieder einmal. Viel deutet darauf hin, dass der Eishockey-Zweitligist schnurstracks auf die Insolvenz zusteuert – der dritten innerhalb der vergangenen 15 Jahre.

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Zu blauäugig? Marcus Wolsdorf will beim SCR nur stiller Gesellschafter sein.
Kreiste der Pleitegeier schon am Ende der Spielzeit 2008/09 über dem SC Riessersee, so befindet er sich jetzt auf dem direkten Sturzflug. Ging es im vergangenen Jahr um 75.000 Euro, so soll sich der Fehlbetrag derzeit auf 200 000 Euro belaufen. Ein Minus, das Ralph Bader versuchen muss auszugleichen, will er nicht gezwungen sein, den Weg zum Insolvenzgericht zu beschreiten. „Die nächsten drei Wochen sind entscheidend“, sagt der Geschäftsführer der SC Riessersee Eishockey Vermarktungs GmbH.
Den dicksten Batzen machen die Gehälter der Profis aus. Die Spieler, die am Freitag sang- und klanglos gegen den ESV Kaufbeuren in den Pre-Playoffs gescheitert waren und durch ihre sportlich indiskutable Vorstellung die Finanz-Krise mit heraufbeschwörten, warten noch auf ihre Bezüge für Februar und März.
Viele Dinge kamen zusammen: sinkende Zuschauerzahlen, Sponsoreneinnahmen, die nicht in erwartetem Maß flossen, und das Desinteresse bei den Garmisch-Partenkirchnern. Wichtig: Günther Hertel, von 2004 bis 2006 Mitgesellschafter und danach Alleingesellschafter der SCR GmbH, stellte sein Engagement beim Zweitlisten mit Beginn der noch laufenden Spielzeit ein. Marcus Wolsdorf, der Bader im Mai 2009 aus der damaligen Finanz-Patsche geholfen hatte, plante zunächst 50 Prozent der GmbH-Anteile, danach mehr zu übernehmen, konnte sich mit Hertel allerdings nicht einigen.
Einziger Gesellschafter ist mittlerweile Ralph Bader. Vor ein paar Wochen erhielt er einen Anruf von Hertel, der mitteilte, er wolle seine Anteile loswerden. Da es keine Interessenten gab, entschied sich Bader, sie selbst zu übernehmen.
Bader hat zwar jetzt die gesamte Macht, „die ich nie wollte“, aber er verfügt über kein Kapital. Er hofft weiter auf Wolsdorf. Der wirkt mittlerweile etwas desillusioniert. „Wahrscheinlich war ich etwas zu blauäugig“, sagt er. Er wollte Aufbruchstimmung vermitteln und erlebte Desinteresse. Er vermisst das Gefühl, „dass Garmisch-Partenkirchen etwas am SC Riessersee liegt“.
Peter Reinbold
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