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Schweinegrippe: Bundeswehr rüstet sich für Notfall

Murnau - Ein Soldat der Werdenfelser Kaserne in Murnau hat sich im Spanien-Urlaub mit der Schweinegrippe infiziert. Generell ist die Influenza-Lage im Landkreis ruhig.

Dr. Franz Dotzer ist Chefarzt am Zentrum für Innere Medizin. Foto: sj

Dr. Franz Dotzer ist Chefarzt am Zentrum für Innere Medizin. Foto: sj

Gesundheitsamts-Chef Dr. Volker Juds zeigt sich gelassen. „Im Landkreis befinden wir uns verglichen mit anderen Regionen eindeutig auf einer Insel der Seeligen“, sagt er. Die Schweinegrippe tritt nur mehr sehr sporadisch auf.

33 Verdachtsfälle registrierte die Behörde bis gestern, bei bisher zehn Menschen aus dem Landkreis bestätigte ein Test die Vermutung. Dabei handelt es sich neben den seit längerem bekannten acht Schülern von St. Irmengard und Werdenfels-Gymnasium in Garmisch-Partenkirchen um einen Soldaten der Murnauer Kaserne, der Anfang August infiziert aus dem Urlaub in Spanien heimkehrte. Ein 15 Jahre alter Iberer, der ins Ammertal reiste, brachte zudem die Neue Influenza von zu Hause mit.

Dazu kommt ein weiterer nachgewiesener Fall in der Region: eine Urlauberin, die allerdings in München registriert ist. Bei den Betroffenen, sagt Juds, handle es sich ausnahmslos um Jugendliche und junge Erwachsene.

Unter den Soldaten der Murnauer Kaserne soll es mittlerweile einen zweiten Verdachtsfall geben. Eine offizielle Bestätigung fehlt jedoch. Bei der Bundeswehr spricht man von bisher einem nachgewiesenen Schweinegrippe-Erkrankten, der aber (in der kritischen Phase) keinen Tag im Dienst gewesen sei und sich auch nicht in der Kaserne aufgehalten habe.

Massen-Infektionen gibt es nicht – aber man sei gerüstet für die Zeit, in der „alle aus dem Urlaub wiederkommen“, heißt es. Viele Soldaten hielten sich in Spanien auf. Jedes regionale Militär-Sanitätszentrum – eine Sanitätsstaffel gibt es auch in der Werdenfelser Kaserne Murnau – muss nach einer Weisung eine Notbettenstation eingeplant haben, um in einer Akutsituation viele Erkrankte in spezielle Isolation nehmen zu können. Ein Gebäudetrakt der Kaserne würde dann entsprechend umgewandelt. In den Massenunterkünften könne sich ein Virus grundsätzlich schneller verbreiten, heißt es von der Bundeswehr.

So mancher „zivile“ Betroffene wandte sich an die mittlerweile unter dem Dach der Unfallklinik angesiedelte Nothilfe in Murnau: „Wir haben schon ein paar Patienten gesehen“, sagt Dr. Franz Dotzer, Chefarzt am Zenrum für Innere Medizin des Kreisklinikums Garmisch-Partenkirchen/Murnau. Die Zahl liege „im niedrigen zweistelligen Bereich“. Stationäre Aufnahmen von Schweinegrippe-Erkrankten gab es nur vereinzelt in Garmisch-Partenkirchen; in Murnau mussten Betroffene mit nachgewiesener Infektion, die sich nicht gut fühlten, darunter Gäste mit einer Urlaubsadresse im Landkreis Weilheim-Schongau, lediglich ambulant behandelt werden. Dotzer beurteilt die Lage im Landkreis insgesamt als „ruhig“. „Einzelne Fälle kommen noch“, sagt er, „aber das flaut eher ab.“

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