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Schwimmender Steg zur Insel Wörth

Seehausen - Der Verein Menschen Helfen plant im Sommer ein außergewöhnliches Theater-Festival. Hierfür soll ein schwimmender Steg zur Staffelsee-Insel Wörth errichtet werden.

Der Seehauser Verein Menschen Helfen ist für kreative Einfälle zu seinen jährlichen Kulturknall-Festivals bekannt: Schon oft diente ein historisches Thema als Motto, ob nun die Drachenstich-Sage, das Wirken des Architekten Emanuel von Seidl oder die Geschichte des einstigen Stahlbads. Doch heuer im Sommer könnte die Organisation, die mit ihren Einnahmen soziale Projekte finanziert, alles übertreffen: Die Truppe um den Vorsitzenden Robert Roithmeier will nämlich zusammen mit einer Fachfirma für die Dauer des Festivals (24. und 25. Juli) einen schwimmenden Steg aus Kunststoff-Elementen zur Insel Wörth errichten, um dort deren Geschichte in Form eines Stationentheaters zu erzählen. „Das wird eine höchst interessante Zeitreise. Wir wollen Geschichte erlebbar und im wahrsten Sinne des Wortes begehbar machen“, sagt Roithmeier.

Die Insel Wörth gilt als Keimzelle des religiösen Lebens im Staffelsee-Gebiet. Hier stand das legendenumwobene frühmittelalterliche Kloster. Die Insel war ab etwa 1330 bis 1773 (mit Unterbrechungen) über eine einfache Holzbrücke zu erreichen. Die Gläubigen mussten diese benutzen, um zur Pfarrkirche St. Michael zu gelangen. Das Gotteshaus wurde schließlich auf das Festland nach Seehausen verlegt, 1775 war die Fertigstellung.

Die Idee, das Thema Wörth aufzugreifen und den Steg nachzubauen, sei bereits Ende der 1990er Jahre entstanden, berichtet Roithmeier, der für die Liste Bürgernah im Gemeinderat des Fischerdorfs sitzt. „Für Seehausen ist das der wichtigste Teil seiner Geschichte.“ Aus technischen Gründen habe man jedoch das Vorhaben immer wieder verschieben müssen. Doch heuer soll es klappen. „Das Genehmigungsverfahren läuft noch. Ich gehe aber davon aus, dass wir es machen werden“, gibt sich Roithmeier optimistisch. Etliche Behörden müssen dem provisorischen Steg-Bau zustimmen. Dieser soll rund 340 Meter lang und zwei Meter breit sein, über ein Geländer verfügen und von der Spitze der Halbinsel Burg über das kleine Eiland St. Jakob bis zur Wörth führen.

Technisch scheint das Ganze kein Problem zu sein: Als Partner hat der Verein Menschen Helfen die auf schwimmende Kunststoff-Plattformen spezialisierte Firma Duwe und Partner GmbH aus Waldeck/Sachsenhausen gewinnen können, die das Material nach eigenen Angaben zu einem Freundschaftspreis verleiht und bei der Montage hilft. Mit den Kunststoff-Elementen, die mittels Bolzen miteinander verbunden werden, ließen sich alle möglichen Wasserbauten realisieren, erklärt Geschäftsführer Robert Duwe – ob nun Bade-Inseln, Hafenanlagen oder eben solche Stege. Das System sei seit Jahrzehnten bewährt und absolut sicher.

Recht konkret sind auch schon die Pläne für den Ablauf des Kulturknall-Fesivals: In Gruppen sollen die Besucher zu verschiedenen Terminen über die Behelfsbrücke zur Insel und zu den Theaterstationen geführt werden. Dort zeigen Schauspieler aus Murnau und Seehausen Stücke zur bewegten Geschichte der Insel – beispielsweise über die Christianisierung oder das Klosterleben.

Unterhaltung wird auch am Festland auf dem Gelände an der Bootslände geboten – etwa mit einem Kinderprogramm.

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