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Sendemast im Ortskern: Gemeinde kündigt Vertrag mit T-Mobile

Oberammergau - Erneut hat jetzt die Gemeinde Oberammergau eine Aktion gestartet, um den Betrieb der Mobilfunkanlage auf dem Kleinen Theater einstellen zu können.

Bereits mehrfach, ­ wenn das Thema Gesundheitsgefahren durch Mobilfunk zur Sprache kam, ­ machte Oberammergau in jüngerer Vergangenheit überregional Schlagzeilen: Ob im Fall des evangelischen Ortspfarrers Carsten Häublein, als er vor der Strahlung flüchtete und unter anderem im Wald übernachtete. Oder durch die TV-Sendung "Bürgerforum" im Bayerischen Fernsehen, das 45 Minuten lang live aus dem Passionsdorf sendete. Oder aufgrund der gemeindlichen Initiative, als das Bayerische Landesamt für Umwelt die aktuelle "Strahlungsmenge" in Oberammergau messen ließ ­ mit dem Ergebnis, "dass alle Werte im Normalbereich liegen".

Doch der Kampf gegen Mobilfunk ist deswegen nicht abgeflaut. Im Gegenteil. So kündigte jetzt die Gemeinde zum 31. März 2008 den bis 2014 laufenden Vertrag mit "T-Mobile" über den Betrieb der Mobilfunkstation auf dem Dach des Kleinen Theaters. Dagegen hat der Betreiber Widerspruch erhoben. Nun beschäftigt sich ein bekannter Rechtsanwalt im Auftrag mit der Kommune mit diesem Fall.

"Ob es tatsächlich zu einer Klage vor Gericht kommen wird, darüber ist bislang noch keine Entscheidung getroffen worden", stellt der gemeindliche Umweltreferent Andreas Eitzenberger fest. Man warte derzeit auf weitere Empfehlungen des Anwalts. Für den Sendemast auf dem Kleinen Theater, der 1999 errichtet wurde, erhält die Gemeinde übrigens ein jährliches Entgelt von 2700 Euro, was sich im Vergleich zu heutigen Zahlungen der Mobilfunk-Riesen eher bescheiden ausnimmt.

In diversen Gesprächen mit Vertretern von "T-Mobile" hat die Gemeinde Oberammergau bereits darauf gedrungen, dass der Mast auf dem Kleinen Theater vom Netz genommen wird ­ ohne jeden Erfolg. "Da war keinerlei Verhandlungsbasis erkennbar. Die haben nur lapidar festgestellt, dass die gesetzlich geforderten Grenzwerte eingehalten würden, das war's dann", so Eitzenberger. Rückendeckung erfahren Bürgermeister Rolf Zigon und die Rathaus-Verwaltung in dieser Angelegenheit von vielen Bürgern, so von Susanne Göpfert und Anka Kirchner.

In einem Brief an Zigon stellten sie die Frage in den Raum: "Soll der Dorfkern von Oberammergau wegen des Mastens irgendwann unbewohnbar werden?" Die meisten örtlichen Ärzte hätten schon vor längerer Zeit einen warnenden Appell unterschrieben, der jedoch ungehört verhallt sei. Denn die Ärzte, so Göpfert und Kirchner, seien die ersten, die mit den sich häufenden gesundheitlichen Schäden im Dorf konfrontiert würden.

Mobilfunkanlagen gibt es in Oberammergau neben dem Kleinen Theater noch auf der Laber-Bergstation, auf der Romanshöhe sowie auf der Gaststätte "Ammergauer Hof". Im Oktober 2005 wollte O2 übrigens auch auf dem Passionstheater eine Basisstation errichten, was aber abgelehnt wurde.

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