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444 Tonnen Beton verschoben

Murnau - Spektakuläre Aktion in Murnaus Westen: Fachfirmen haben am Wochenende mit einer Hydraulikpresse eine 444 Tonnen schwere Fußgänger-Unterführung unter die Bahnlinie eingesetzt.

Zweite Etappe: Der Einschub beginnt. Auf diesen Betonteilen wird die Fußgängerunterführung künftig ruhen.

Es ist Samstag um drei Uhr Morgens. Ein eisiger Wind bläst den etwa 15 Männern um die Ohren, die am ehemaligen Bahnübergang an der Kohlgruber Straße in einem über sechs Meter tiefen Erdloch arbeiten. Ihre Kleidung ist durchnässt vom Regen, doch ihre Gesichter verraten hohe Konzentration. Gerade hat der Einschub der 444 Tonnen schweren Fußgänger-Unterführung unter das künftige Gleisbett begonnen. Dies ist die letzte, große Etappe des millionenteuren Murnauer Verkehrsprojekts zur Beseitigung des Bahnübergangs an der Kohlgruber Straße.

Bilder: 444 Tonnen Beton mit Hydraulikpresse verschoben

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Diverse mächtige Scheinwerfer leuchten das Geschehen taghell aus, und das Brummen der Bagger, die sich immer tiefer in das Erdreich wühlen, übertönt alle anderen Geräusche. Bei allen Beteiligten ist Nervosität zu spüren, denn das Zeitfenster, das die Deutsche Bahn den Akteuren genehmigt hat, ist eng: Zwischen Freitagabend und Montagfrüh muss die gesamte Aktion abgewickelt werden.

Während um ihn herum rege Betriebsamkeit herrscht, ist Kaspar Bartl senior (59), der vor mehreren Schaltpulten auf einer Rampe zwischen den Betonmauern der Unterführung steht, die Ruhe selbst. „Unter dem Bauwerk sind Verschubträger verlegt, auf dem Teflon-Gleitlager liegen“, erklärt der Inhaber einer Spezialfirma für Verschub- und Hebetechnik aus Gaißach. „Darüber liegen insgesamt sieben Verschubschlitten, in denen jeweils eine Flachpresse mit 200 Tonnen Hubkraft installiert sind.“ Mit den Schlitten werde das komplette Bauwerk um zwei Zentimeter angehoben: „Es schwebt frei in der Luft.“ Ein hydraulischer Klemmbock und eine Verschubpresse, die hinter dem Bauwerk angeordnet ist, sorgen dafür, dass die Unterführung sich auf den zuvor ausgelegten Stahlschienen bewegt wie ein mächtiger Eisenbahnzug – allerdings kaum für das Auge sichtbar. „Wir schaffen in der Regel pro Stunde etwa zehn Meter“, sagt Bartl. Seine 26-jährige Tochter Theresia unterstützt ihren Vater bei der Bedienung der komplizierten Technik nach Kräften. Sie ist in dieser Nacht nicht die einzige Frau auf der Baustelle: Auch Gudrun Assner, Chefin des mit dem Projekt betrauten Baufirma Assner aus Landsberg am Lech, ist vor Ort. „Meine Hauptaufgabe liegt bei der Koordination unserer Leute mit den Subunternehmern“, sagt sie dazu. Auch am Verschub der 1700 Tonnen schweren Überführung am Murnauer Bahnhof im November vergangenen Jahres war Assner maßgebend beteiligt. „Für mich ist es wichtig, meine Leute nachts bei Wind und Wetter zu unterstützen“, sagt die Unternehmerin.

Das exakte Zusammenwirken der beteiligten Firmen hebt Ingenieur Stephan Kaiser von der Bauüberwachung hervor: „Wenn nicht absolut präzise gearbeitet wird, entstehen später Baumängel.“ Samstagfrüh kurz nach acht Uhr ist es geschafft: Das mächtige Bauwerk steht an seiner endgültigen Stelle. Und Kaspar Bartl meint zufrieden: „Jetzt kann ich am Sonntag in Ruhe Kirchweih feiern.“

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