Murnau - Murnau soll kinderfreundlicher werden. Dafür setzt sich der Familien-Ortsverband ein. Familienpass-Inhaber erhalten bald eine Ermäßigung von zehn Prozent in vielen Geschäften.

© CHRISTIAN KOLB,
Bummeln in Murnau: Familie Krammer (Vater Florian und Mutter Katrin mit den Töchtern Lilli, r., Fanni im Kinderwagen und Besuchskind Luna) sieht sich um. Künftig sollen bestimmte Familien im Ort Rabatt erhalten. Foto: kolb
Experten sagen Murnau mittel- bis langfristig ein starkes Ungleichgewicht voraus: wenig junge und sehr viele ältere Menschen. Der Familienverband will dagegen etwas tun, Murnau soll kinderfreundlicher werden. In Zusammenarbeit mit Angelika Rebholz, Vorsitzende des Vereins zur Wirtschaftsförderung, will er den Gültigkeitsbereich des Familienpasses deutlich ausweiten: auf möglichst viele Murnauer Einzelhändler. Damit soll endlich umgesetzt werden, was immer geplant war: Geschäftsleute ins Boot zu holen. Denn nur zwei Läden waren Rebholz zufolge von Anfang an beteiligt: ihre Drogerie und Schreibwaren Wiesendanger.
Dabei geht es Katharina Huprich, Vorsitzende des Familien-Ortsverbandes, nicht nur um eine finanzielle Entlastung - zehn Prozent Ermäßigung sind bei Vorlage des Passes angedacht -, sondern auch darum, ein dringend notwendiges Zeichen zu setzen: für die Wertschätzung von Familien. „Diese sollen sich hier rundum willkommen fühlen.“
Huprich hat große Hoffnung in Rebholz gesetzt, als sie diese, immerhin Vorreiterin und Wirtschaftsfördervereins-Vorsitzende, um Unterstützung bat. „Sie könnte viel bewegen“, hat Huprich gedacht. Sie scheint Recht zu behalten: 24 Einzelhändler - Filialisten hat Rebholz nicht gefragt - stehen nach ersten Rundgängen auf ihrer Liste. Viele habe sie noch gar nicht erreicht. „Die Resonanz ist super. Die meisten sind sofort dabei.“ Noch hat sich die Geschäftsfrau, die eng mit Murnau Miteinander zusammenarbeitet, aufs Zentrum konzentriert. Doch wolle sie auch bei Läden außerhalb des Ortskerns anklopfen. Mitte September werde sie die Liste dem Familienverband vorlegen.
Huprich hofft, dass die Murnauer Geschäftsleute erkennen, wie wichtig eine solche Unterstützung ist. Sie sieht die Vorteile auf beiden Seiten: Die Kaufkraft bleibe im Ort, der Kundenkreis könnte sich erweitern. Die Familien wiederum, bei denen vor allem Alleinerziehende oft hohe Kosten zu schultern hätten, sparten bares Geld. „Zudem fühlen sie sich eingebunden und geschätzt“ - etwas, das keine Selbstverständlichkeit sei. Rebholz teilt diese Ansicht. Zehn Prozent seien nicht viel, aber doch eine Hilfe. Es gehe auch darum, Stellung zu beziehen: „Familien leisten tolle Arbeit. Diese sollte man mit dieser Geste unterstützen.“
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