Miesbach - Vom Sudelfeld bis zum Wallberg: Betreiber berichten von umfangreichen Prüfungen und vielen Rettungs-Übungen.

Nichts für Angsthasen: Auch an der Wallbergbahn üben Bergwacht-Männer regelmäßig Rettungseinsätze. Foto: kn
„Was wäre, wenn...?“ Diese Frage wird sich nach der Panne bei der Lenggrieser Brauneck-Bahn – 43 Fahrgäste mussten nach einem Systemausfall aus Gondeln befreit werden – auch so mancher Wintersportler im Landkreis stellen. „Keine Sorge“, betont Peter Lorenz, Geschäftsführer sowohl der Brauneckbahn als auch Sprecher der Alpenplus Partner, zu denen auch die Bergbahnen rund um Spitzing und Sudelfeld gehören. „Die Wallbergbahn hat eine ähnliche Technik wie am Brauneck“, so Lorenz. Die Seilbahn sei das „sicherste Verkehrsmittel der Welt“, zitierte Lorenz einen Politiker. Besondere Prüfungen gebe es wegen des Vorfalls in Lenggries bei den anderen Bahnen im Landkreis Miesbach nicht. „Es sind regelmäßige Revisionen vorgeschrieben – abwechselnd mit und ohne TÜV“, erklärt der Geschäftsführer. Der Vorfall am Brauneck sei kein Grund zur Sorge, vielmehr zeige er, dass die Sicherheitsvorrichtungen funktionieren. „Wir haben tägliche, wöchentliche und monatliche Kontrollen, die wir durchführen müssen“, erklärt der 56-Jährige. Sonderprüfungen seien deshalb nicht nötig.
Auch die Bergwachten im Landkreis sind regelmäßig eingebunden. „Wir beteiligen uns an Übungen, bei denen genau der Fall geübt wird, Menschen aus Gondeln zu befreien – bei jedem Wetter“, so Andreas Leitner, stellvertretender Bereitschaftsleiter der Bergwacht Schliersee. Besonders schwierige Stellen bei Stümpfling- oder Taubensteinbahn kann er nicht ausmachen. „Wenn das Gelände zu unwegsam ist, werden die Passagiere ausgeflogen, ansonsten nach unten abgeseilt.“ Zum Abseilen kämen die Bergwacht-Männer mit einem Seilfahrgerät. „Damit klettern wir an einer Stütze hoch und fahren dann zur nächsten Gondel“, so Leitner Im Gegensatz zum Hubschrauber, der bei schlechter Sicht und Sturm nicht aufsteigen könne, sei das Seilfahrgerät auch bei schlechter Witterung einsetzbar.
Martin Stumpf, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Tegernseer Tal, bestätigte diese Beschreibung, um sich sodann auf den Weg zu einem Rettungseinsatz zu machen – allerdings nicht an einer Bergbahn.
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