Schliersee - "Die Kurpfuscherin": Schlierseer Bauerntheater präsentiert das mitreißende Stück auf höchstem Niveau und mit gewaltigem Aufwand.

Selbst die Baronin bequemt sich ins bäurliche Behandlungszimmer.
Gewaltig ins Zeug gelegt hat sich das Schlierseer Bauerntheater mit seiner jüngsten Produktion „Die Kurpfuscherin“. Darin waren sich die Gäste bereits in den zwei Pausen während der sechs Bilder umfassenden Aufführung einig. Und so hing beim schier endlosen Schlussapplaus im völlig ausverkauften Terofal-Saal so etwas wie „Zugabe“ in der Luft – bei einer Theateraufführung leider schlecht möglich. Fast schon verlegen wirkten die insgesamt 18 Darsteller, als sie sich vor einem rhythmisch applaudierenden Publikum immer weiter verbeugen sollten. Etwas ungewöhnlicher Applaus hatte auch schon den Beginn des Theaterabends bestimmt – als das aufwändige Bühnenbild des ersten Aufzugs – in dem sich noch kein Schauspieler aufhilet – spontan vom Publikum beklatscht wurde
Auf die Bühne gebracht wurde unter der Regie von Elisabeth Oberhorner ein Ausschnitt aus dem Leben der „Doktorbäuerin“ Amalie Hohenester aus Deisenhofen – einer Bürgerlichen mit recht zweifelhafter Vergangenheit, die durch ihre wirksame Heilkunst Berühmtheit im Volk und bei der „Obrigkeit“ erlangt. Dass es die „Doktorbäuerin“ tatsächlich gab – im Publikum saßen zwei Dutzend Nachfahren aus dem Raum Dachau – gab den Zuschauern das kribbelnde Gefühl, für sie würde ein Stück Vergangenheit nocheinmal zum Leben erweckt.
Karten für die nächsten Aufführungen gibt es bei Schreibwaren Huber in Schliersee, Telefon 0 80 26 / 47 07. Weitere Termine auf www.schlierseer-bauerntheater.de.
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