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Aus Eifersucht: Mann wollte Freundin mit gefährlicher Stromfalle töten

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Artikel: Aus Eifersucht: Mann wollte Freundin mit gefährlicher Stromfalle töten

Holzkirchen - Mit einem perfiden Plan wollte ein eifersüchtiger Miesbacher seiner Freundin einen Denkzettel verpassen. Er setzte ihre Wohnzimmertür unter Strom. Gestern begann sein Prozess. Die Anklage lautet auf versuchten Mord.

© ebu

Der Angeklagte hat gestanden.

In einem Supermarkt im benachbarten Holzkirchen hatte der angeklagte Türke (24) die 25-jährige Frau kennengelernt. Sie saß an der Kasse. Ein Schild an ihrem Kittel verriet ihm ihren Namen. Über ein Internet-Forum machte er sie ausfindig. Die beiden tauschten ihre Handy-Nummern aus. Schnell waren sie ein Paar. Rasch merkten die jungen Leute, dass sie beide schon zahlreiche Beziehungen hinter sich hatten. Auf Wunsch des Angeklagten schrieb jeder eine Liste mit den Namen der früheren Freunde. Auf ihrem Zettel standen zwölf Namen, er brüstete sich mit 38.

Bei Lackierarbeiten im Haus flatterte dem Maler aber wenig später eine weitere Liste seiner Freundin in die Hände. Unter seinem Namen tauchten noch etliche weitere Männer auf. Außerdem erhielt er eine Mail von einer vermeintlichen Freundin seiner Lebensgefährtin. Die schrieb ihm, dass seine Liebste fremdgegangen sei. Mit den Worten „Du hast das nicht verdient, das passte nicht zu Dir“, beendete sie die Mail.

Im 24-Jährigen brodelte es gewaltig. Gemäß seiner traditionellen türkischen Erziehung hatte eine Frau dem Mann treu zu sein. Doch anstatt die Freundin zur Rede zu stellen, überlegte er sich eine heimtückische Falle. In einer Februarnacht 2009 schlich er sich in ihre Wohnung. Die 25-Jährige befand sich gerade auf einem Faschingsball. Der Angeklagte brachte an der Innenseite der Wohnzimmer-Türklinke ein abisoliertes Stromkabel an. Laut Anklage sollte seiner Freundin beim Nachhausekommen ein tödlicher Stromschlag versetzt werden.

Außerdem verwüstete er ihre Wohnung, versprühte silberne Farbe an Wände, Elektrogeräte und Kleidung und nahm verschiedene Wertgegenstände wie Laptop, Besteck, Ec-Karte und Computerspiele an sich. Indem er die Initialen eines früheren Freundes seiner Partnerin an den Schlafzimmerschrank schmierte, versuchte er den Verdacht auf einen Mann zu lenken, mit dem die 25-Jährige im Streit auseinander gegangen war.

Das gelang ihm offenbar auch. Nachdem die Stromfalle glücklicherweise nicht zuschlug, weil die junge Frau rechtzeitig das Kabel bemerkt hatte, schöpfte die 25-Jährige keinerlei Verdacht gegen ihren Freund. Die beiden blieben noch sechs Wochen zusammen. Erst im März kam die Polizei dem Maler auf die Spur. Der Staatsanwalt ging alsbald von versuchtem Mord aus. Dabei spielte das traditionelle Frauenbild des jungen Türken eine erheblich Rolle.

Um das zu vertiefen, ging Richter Thomas Lenz zu Prozessauftakt vor dem Landgericht München II vehement auf das Verhalten des Angeklagten gegenüber seiner eigenen Schwester ein. Die Frau soll sich als 20-Jährige mit einem Mann eingelassen haben, der ihrer Familie so gar nicht passte. Daraufhin prügelte der Angeklagte angeblich auf die junge Frau ein und schleppte sie zu einem Arzt, der ihre Jungfräulichkeit überprüfen sollte. „Sie hat keinen Test gemacht“, sagte der Miesbacher. „Weil der Arzt keinen Test machen wollte“, lieferte der Richter die Begründung nach und warf dem Angeklagten vor, absolute Kontrolle über seine Schwester ausüben zu wollen. Der 25-Jährige machte daraufhin keine Angaben mehr. Der Prozess dauert an.

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