003.09.10|Lkr. Miesbach|Lkr. Miesbach|
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Rottach-Egern - Das Fischerweber-Zuhaus, das in Rottach-Egern stand, wird im Freilichtmuseum Glentleiten neu aufgebaut. Bei Grabungen stieß man auf mittelalterliche Fundamente und Tierskelette.

© AUTO_TEG
Schon 2007 hatten Mitarbeiter des Freilichtmuseums Glentleiten das Zuhaus nach Großweil transportiert. Als es in Rottach-Egern abgetragen wurde, waren auch Archäologen vor Ort. Die Grabungen nahmen viel Zeit in Anspruch, erwiesen sich aber las lohnend. Ans Tageslicht kamen Fundamente aus dem Hochmittelalter (12. bis 13.Jahrhundert) - und zwei Tierskelette. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um ein Schaf und einen Hund.
"Die Skelette wurden dort absichtlich platziert", sagt Ariane Weidlich, stellvertretende Direktorin der Glentleiten. Fürs Museum und die Archäologen sei dieser Fund eine außergewöhnliche Sache. Möglicherweise gebe es einen magischen oder religiösen Hintergrund.
Der eigentliche Fischerweber-Hof war bereits in den 90er Jahren ins Museum gebracht und 2001 eröffnet worden. Das Ensemble soll nun mit dem Zuhaus vervollständigt werden. Das Nebengebäude wartet mit einer weiteren Besonderheit auf. Denn in dem Haus war eine zweigeschossige Kapelle integriert. Hausforscherin Weidlich sagt, sie kenne hierfür in Oberbayern kein weiteres Beispiel.
Seit Mai sind die Bauhof-Kräfte des Museums damit beschäftigt, das Zuhaus Stück für Stück wiederaufzubauen. Das Gebäude werde am Ende zu 70 bis 75 Prozent aus Originalsubstanz bestehen, schätzt Weidlich. Dass das Zuhaus nicht eins zu eins wiedererrichtet wird, liege zum einen an Bauschäden.
2011 soll das Projekt abgeschlossen werden. Für 2012 ist dann die Eröffnung geplant.
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