Holzkirchen - Kabarettist Claus von Wagner, in Miesbach aufgewachsen, feiert in Holzkirchen mit neuem Soloprogramm umjubelte Vorpremiere.

Rastlos und hadernd mit sich selbst: Claus von Wagner, in Miesbach aufgewachsen, seziert in seinem neuen Programm die Träume und Schäume seiner Generation. Foto: kn
Routiniert, witzig und bejubelt: Nicht Claus von Wagner, sein alter ego Joachim Wagner steht in Miesbach auf der Bühne. Immer wieder kramt er in den Zeugnissen der Vergangenheit, in Umzugskisten auf dem Speicher. Auch dann noch, als er das Video, das er suchen wollte, schon längst gefunden hat – ohne, dass es seine Erwartungen erfüllt hätte. Denn leider hat er die entscheidende Sequenz mit Fußball überspielt – und kann morgen vor Gericht nicht beweisen, was für ein toller Papa er ist.
Immer auf der Suche: Von Wagner kennt die Symptome seiner Generation. Ihre Ursachen sucht er – und nimmt das Publikum mit in seinem Ein-Mann-Theater, das mit Tempo der Tragödie ihren Witz entlockt. Joachim Wagner war am Ziel seiner Generation: moderne Lebenspartnerschaft, Kind. Und plötzlich: Schluss, aus, vorbei. Nichts bleibt in einer globalisierten Welt. Statt seiner ist nun der Heiko mit den Strahle-Zähnen der Mann im Leben seiner Tochter.
Dabei ist nicht alles ganz neu, was von Wagner serviert. „Wer soll diese Kinder lehren, dass Kriege nicht den Frieden, sondern Gegner mehren?“, fragt er in seiner Abhandlung über den Nahost-Konflikt, die er Tochter Carla als Max-und-Moritz-Version via „YouTube“ präsentieren will. Aber von Wagner fügt mit Charme das Puzzle zusammen. Rastlos hastend, suchend nach Sinn und hadernd mit sich selbst.
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