Landkreis - Im Vergleich zu körperlichen Krankheiten nehmen psychische rasant zu. Depressionen oder Suchtprobleme liegen aber noch immer in einer Grauzone. Der Steuerungsverbund Psychische Gesundheit will dem entgegenwirken.

Die sozialpsychiatrische Betreuung liegt ihnen am Herzen: (v.r.) Vorsitzende Waltraud Frank, Lisa Brandl-Thür, Andreas Bohnert, Andrea Bauder und Peter Choroba vom Steuerungsverbund Psychische Gesundheit. Foto: Thomas Plettenberg
Psychische Erkrankungen sind kein Beinbruch, salopp gesagt. Selbstverständlich seien die Probleme der Betroffenen akut und gefährlich, vor allem dürfen sie laut Andreas Bohnert in der heutigen Gesellschaft kein Tabu-Thema mehr bleiben. „Wer sich den Knöchel bricht, traut sich sofort zum Chef“, erläutert Bohnert. „Bei psychischen Erkrankungen aber nicht.“
Der SVPG wird dabei nicht direkt kontaktiert, sondern in der Regel dessen Arbeitskreise, in die der Vorstand aufgesplittet ist. Diese Gruppen sind für psychische Erkrankungen wie Depressionen, Demenz und das Thema Sucht zuständig.
Weshalb diese Vernetzung so wichtig ist, weiß Peter Choroba, der im Sozialdienst in der Lech-Mangfallklinik arbeitet und im SVPG-Vorstand sitzt. „Die Probleme der Menschen sind so komplex, weil sich viele zu spät Hilfe holen und dann in eine Klinik einweisen lassen“, erklärt Choroba. „Oft hängen die Erkrankungen mit finanziellen oder beruflichen Problemen zusammen. Die Vernetzung unserer Arbeitskreise ist daher wichtig, um die Patienten nach dem Klinikaufenthalt weiter zu betreuen.“
Mit Prävention, stationärer Betreuung und Nachsorge versucht das einrichtungsübergreifende SVPG-Gremium daher, Patienten zu unterstützen. Choroba: „Für die betroffenen Menschen ist es wichtig, in die Gesellschaft zurückzukehren und die Isolation zu verlassen.“
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