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Lehrfilm über Defibrillator:Keine Angst vor elektronischem Notarzt

Lehrfilm über Defibrillator:Keine Angst vor elektronischem Notarzt

Holzkirchen - Ein Defibrillator kann Leben retten. Doch viele Menschen trauen sich nicht, ihn im Ernstfall anzuwenden. Ein Lehrfilm soll den Laien die Scheu nehmen. Dieser lief jetzt erstmals am „Defiday“ im HEP Holzkirchen.

Schocktherapie: Notarzt Willi Dörder zeigt Ministerin Ilse Aigner, wie ein Defibrillator arbeitet. Mit im Bild: (v.l.) Dr. Christian Pawlak, Moderator Stefan Scheider, Olaf von Löwis, 2. Bürgermeister Holzkirchen, Günter Pilz, Kardiologie-Chefarzt Agatharied. foto:al

Schocktherapie: Notarzt Willi Dörder zeigt Ministerin Ilse Aigner, wie ein Defibrillator arbeitet. Mit im Bild: (v.l.) Dr. Christian Pawlak, Moderator Stefan Scheider, Olaf von Löwis, 2. Bürgermeister Holzkirchen, Günter Pilz, Kardiologie-Chefarzt Agatharied. foto:al

Die Botschaft des Films ist klar: Es kann jeden treffen, mitten im prallen Leben. Ein Mann steht auf der Straße, das Handy am Ohr. Plötzlich sackt ein Passant neben ihm auf den Boden. „Was tust du in so einem Moment?“, fragt er sich. „Erstens, den Notarzt rufen, dann den Typen wiederbeleben - am besten mit einem Defibrillator.“ Der Retter beauftragt einen weiteren Passanten mit einer Herzdruckmassage: „100 Mal in der Minute auf die Mitte des Brustkorbs drücken.“ Er selbst rennt zu dem Symbol mit dem grünen Blitz, holt den Defibrillator, den „elektronischen Notarzt“, wie er sagt.

Diesen dreiminütigen Lehrfilm „Herz in Not - Keine Angst vor dem Defibrillator“ hat der Notarztförderverein Tegernseer Tal-Waakirchen finanziert und zusammen mit dem BR-Moderator und Filmemacher Stefan Scheider realisiert. Jetzt hat der Film seine Premiere im Holzkirchner Einkaufszentrum HEP gefeiert. Auch Bundesministerin Ilse Aigner und Landrat Jakob Kreidl waren vor Ort.

Eine Sirene heult durchs HEP. „Damit wollte ich Ihre Aufmerksamkeit bekommen“, sagt Moderator Scheider zu den Zuschauern. Dann begrüßt er Aigner. „Haben Sie schon mal ein Leben gerettet?“, fragt er die Ministerin. „Nein, bislang noch nicht“, gesteht sie. Auch Aigner weiß: „Viele trauen sich nicht, den Defi einzusetzen.“ Dabei wäre es doch so wichtig: „Denn alle 30 Minuten trifft der Herztod einen Menschen in Bayern“, erklärt Scheider. Meist ausgelöst durch Kammerflimmern, und jede Minute, die ohne Hilfe verstreicht, senke die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent. „Die effektivste Methode ist der Defibrillator“, sagt der Gmunder Arzt Christian Pawlak. Dieser gebe einen kurzen Stromstoß an den Herzmuskel ab.

Nach dem Film legt Aigner Hand an. Ein Notarzt schiebt eine Trage samt Puppe auf die Bühne. Es ist kinderleicht, soll vermittelt werden: „Der Defi spricht ja mit einem“, sagt Aigner. Der Notarzt erklärt ihr zusätzlich, wie es geht: „Elektroden wie abgebildet aufkleben, fest auf den entblößten Brustkorb drücken.“ Dann Abstand zum Patienten halten und die blinkende Taste drücken. Danach dürfen es die Zuschauer ausprobieren: Gertraud Üblacker (78) aus Holzkirchen macht mit: „Ich arbeite mit Senioren“, sagt sie. „Da kann so etwas immer passieren.“ Auch Camilla Horst (27) aus Gmund versucht sich. „Viele Leute bleiben in Notfällen passiv, weil sie nicht wissen, was sie machen sollen.“ Die junge Frau aber will helfen, notfalls auch mit einem Defi, den sie an der Puppe testet - mit Erfolg. „Jetzt habe ich schon ein Leben gerettet“, sagt sie und schmunzelt.

Der Film

ist kostenlos im Internet zu sehen unter www.herz-in-not.de.

Von Marlene Kadach

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