Landkreis - Offizielle Visiten und Empfänge gab es zwar keine, trotzdem waren der Tegernsee und der Schliersee König Lud- wig II. nicht unbekannt.

Mehr oder weniger unbeachtet hielt sich der Monarch mehrfach hier auf. Jetzt wird der Ruf nach einer weiteren Gedenkbüste laut.
125 Jahre nach seinem Tod im Starnberger See - kommt niemand so leicht an König Ludwig II. vorbei. Auch nicht im Landkreis Miesbach. Hier sind die Schlierseerin Anneliese Ammann, der Gmunder Heimatforscher Beni Eisenburg und der Tegernseer Historiker Roland Götz auf Spurensuche gegangen.
Bereits 1990 recherchierte Ammann im Geheimen Hausarchiv der Wittelsbacher für ihr Buch „Schliersee und sein Bauerntheater“, als sie auf die Aufzeichnungen des Hoffischers Franz Schrädler aus Schliersee stieß. Der war im Mai 1865 so beeindruckt, dass der damals gerade 20-jährige König „unvermutet zu Pferde“ in Schliersee erschien, dass er seine persönlichen Erlebnisse aufschrieb.
Nach einer Nacht im Wirtshaus zur „Fischer Lisel“ habe Ludwig II. das Dorf besichtigt, sei auf den Weinberg gestiegen und zum See gegangen, um sich dort von Schrädler zur Insel übersetzen zu lassen. Anschließend ruderte der Fischer den König nach Fischhausen und begleitete ihn nach Neuhaus, von wo aus es weiter zum Wendelstein ging. Seine Rückkehr nach Schloss Berg verschob der Monarch um einen Tag, um Bayrischzell und Ursprung zu besuchen. Einem Zeitungsbericht der Augsburger Postzeitung zufolge feierte er während dieses Aufenthalts von 29. bis 31. Mai 1865 mit einem Schlierseer Paar dessen Hochzeit. Es hatte ihren König treuherzig dazu eingeladen.
Ammann wünscht sich, dass der Königsbesuch gewürdigt und touristisch vermarktet wird. „Schön wäre ein Standbild im Kurpark“, meint Ammann. Sie hat sich bereits informiert: Ein Bronzeguss der Ludwigsbüste, wie sie unter der Cornelius-Brücke in München steht, würde rund 2500 Euro kosten, zusammen mit einem Marmor-Sockel vielleicht 4000 Euro, schätzt die Schlierseerin. Dafür sucht sie gerade Mitstreiter und Sponsoren in ihrer Heimatgemeinde.
Am Tegernsee gibt es bereits eine Ludwig-Statue direkt vor Gut Kaltenbrunn. Und das, obwohl es offiziell keinen direkten Bezug des Kini zum Tegernseer Tal gab. Nicht den kleinsten Hinweis auf einen Besuch im Tegernseer Schloss, dem seine Urgroßeltern König Max I. Joseph von Bayern und Königin Karoline so zugetan waren. Bis der Gmunder Heimatforscher Eisenburg vor einigen Jahren durch Zufall einen Blick in die private Familienchronik der Familie Reinhard warf, die den Gasthof Post in Kreuth betrieb: Dort war vermerkt, dass Seine Königliche Hoheit Ludwig II. und ein Begleiter in Kreuth übernachtet hätten. „Allerdings war dieser Vermerk nicht datiert“, bedauert Eisenburg.
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