116.03.10|Lkr. Miesbach|Lkr. Miesbach|
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Holzkirchen - Die Holzkirchner Jahrmärkte haben an Attraktivität eingebüßt. Die Gemeinde denkt deswegen über neue Strukturen nach - unter anderem über einen Umzug.

Der grüne Wochenmarkt bleibt auf dem Marktplatz, doch die Jahrmärkte könnten künftig im wenige Meter entfernten Herdergarten stattfinden, in „kompakter Qualität“. Foto: Plettenberg
Einst waren sie publikumsträchtig wie Volksfeste, doch mittlerweile wirken sie etwas verstaubt: Die Holzkirchner Jahrmärkte, von der Gemeinde als „öffentliche Einrichtung“ betrieben, haben mit schwindender Attraktivität zu kämpfen. „Das Niveau nimmt stetig ab“, sagt Marktmeister Oskar Langl, „dafür steigt die Zahl der Anbieter von Billigwaren.“ Langl sieht Handlungsbedarf und schlägt vor, die Jahrmärkte künftig nicht mehr auf dem Marktplatz abzuhalten, sondern im Herdergarten „kompakt zusammenzufassen“.
Der Hauptausschuss des Gemeinderats signalisierte Bereitschaft, die Jahrmarkts-Satzung entsprechend zu ändern. Allerdings sollen zuvor langjährige Fieranten befragt werden. Zudem keimte die Idee auf, den Marktplatz an den fünf Markttagen nicht verwaist zu lassen, sondern mit Gastronomie zu beleben.
Zuletzt hatten die Jahrmärkte oft einen zerrupften Eindruck hinterlassen. „Besonders bei schlechtem Wetter klafften große Lücken“, hat Bürgermeister Josef Höß (CSU) beobachtet, „das wirkt unattraktiv.“ Ehedem stellte die Gemeinde 32 Marktstände auf, heute sind es laut Langl kaum mehr als ein Dutzend. „80 Prozent kommen mit großen Fahrzeugen“, weiß Höß. Es muss kompliziert auf dem engen Marktplatz rangiert werden; zudem erwachsen so Probleme mit dem Lieferverkehr zum Modehaus Jennerwein. Der grüne Wochenmarkt ist davon nicht betroffen, sagt Johann Bachhuber vom Ordnungsamt der Gemeinde. „Die kennen sich, das gibt selten Probleme.“
Die Verlegung der fünf Jahrmärkte in den Herdergarten bietet laut Langl die Chance für einen Neubeginn „kleiner, aber kompakter und ohne Lücken.“ Wie Bachhuber erläuterte, blieben neben dem Markt sogar noch etliche Parkplätze für Besucher. Hubert Müller (FWG) hatte trotzdem Bedenken. Der Herdergarten sei abgelegen, der Marktplatz dagegen von der Ortsdurchfahrt gut einsehbar, was Laufkundschaft bringen könne. Dies ließe sich laut Höß aber durch ein großes Hinweisplakat abfangen.
Zugpferde der Markttage sind die gastronomischen Angebote. Irmi Ammer (SPD) schlug vor, den Marktplatz nicht aufzugeben, sondern für Essen und Trinken zu reservieren („vielleicht mit Sitzgelegenheiten“) – während sich im Herdergarten die Fieranten konzentrieren. Verena Heiler (CSU) könnte sich das gut vorstellen. „Das wäre eine Chance für Holzkirchner Gastronomen.“
Holzkirchner Jahrmärkte
1. Schlenklmarkt (erster Donnerstag nach Maria Lichtmess) im Februar
2. Grasmarkt am fünften Dienstag nach Ostern (heuer am 4. Mai)
3. Johannimarkt am letzten Juni-Sonntag (heuer 27. Juni)
4. Simon-Judi-Markt am letzten Sonntag im Oktober (heuer am 31. Oktober)
5. Weihnachtsmarkt immer am 8. Dezember
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