Louisenthal - Es sollte ein kurzer Ausflug werden, ein schneller Spaß. Doch das Hochwasser wurde den erfahrenen Surfern zum Verhängnis. Nils H. und Markus S. sind in der Mangfall ertrunken.

© Stephan Gölnitz/dpa
Ein undatiertes Foto zeigt einen Steh-Paddler auf einem Stand-up-Board auf der Isar.
Mit einem Großaufgebot rücken Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz und Wasserwacht am Donnerstagabend aus, insgesamt sind knapp 200 Mann im Einsatz. Ein Familienmitglied der Surfer zeigt ihnen, wo das Auto von Nils H. und Markus S. steht, ganz in der Nähe der Mangfall bei Thalmühl (Kreis Miesbach). Hier sind die Freunde zwischen 18 und 18.30 Uhr ins Wasser gegangen, vermuten die Helfer. Hier startet ihre Suche.
Dann gibt es bei Louisenthal, ein gutes Stück flussaufwärts, einen Fehlalarm. „Durch puren Zufall haben wir dadurch das zweite Auto gefunden“, berichtet Martin Hauder vom Roten Kreuz. Hier sind Nils H. und Markus S. wirklich ins Wasser gegangen. Und hier sind sie auch gestorben.
„Sie sind nur ein paar 100 Meter weit gekommen“, sagt Hauder. Gegen 2.30 Uhr finden die Helfer die beiden Surf-Bretter in der Dunkelheit. Zwischen Ästen verkeilt stecken sie in einer zugewachsenen Sandbank fest. Speziell dafür ausgebildete Wasserretter wagen sich in den reißenden Fluss. Das Hochwasser der vergangenen Wochen hat die Mangfall schnell und gefährlich gemacht. An den Surf-Brettern zappeln Schnüre. Sie führen zu den beiden Freunden. Nils H. und Markus S. liegen tot im Wasser.
Vermutlich sind beide fast gleichzeitig gestürzt. Ein Stück flussaufwärts vom Fundort ist eine Staustufe mit einer gewaltigen Wasserwalze. „Wir gehen davon aus, dass sie dort in die Tiefe gerissen wurden“, bestätigt Hans Schweiger von der Kripo Miesbach. Wie genau es zu dem Unglück kam, wird wohl nie geklärt werden.
Doch eines ist sicher: Die Freunde waren keine Anfänger. „Sie waren gut ausgerüstet: Schwimmweste, Neopren-Anzug, Helme – alles top“, betont Hauder vom BRK. Nils H. und Markus S. hatten alles genau geplant. „Sie haben sich nicht einfach waghalsig reingestürzt.“ Die beiden Männer sind in der Surfer-Szene bekannt. Die Mangfall wollten sie mit „Stand-Up-Boards“ bezwingen – die Bretter sind zwei Meter lang und zehn Kilo schwer. Im Gegensatz zum klassischen Surfen balancieren die Sportler stehend auf den Boards und stoßen dabei ein Paddel ins Wasser. Doch „für Wildwasser würde ich das nicht hernehmen“, warnt Polizist Schweiger.
Thomas Schmidt und Sascha Karowski
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